Aktuelle Veranstaltungen

Im August rockt Sindelfingen wieder auf dem Marktplatz.
Jeden Mittwoch von 18:00 bis 22:00 Uhr gibt es für Euch ausgesuchten Live-Rock zum Nulltarif.

 

 

03.08. Tribute Band Bigger Bang (Rolling Stones)

10.08. Tribute Band Kauf mich (Toten Hosen)

17.08. Tribute Band Purple Rising (Deep Purple)

24.08. Tribute Band Reckless Roses (Guns N´Roses)

31.08. Tribute Band Cocker Inspiration (Joe Cocker)

City Marketing Nachrichten

SZ/BZ Nachrichten

Eine bis eineinhalb Stunden nach Beginn und den ersten Tanz-Animationsrunden durch Jacqueline Cavusoglu, Laura Ugolini und Fabio De Sousa Matins vor dem Restaurant-Cocktailbar Corners ist die Enttäuschung bei so manchem groß, der hierher gekommen ist wegen eines südamerikanischen Abends. „Wir wundern uns gerade, wo der ist“, sagt eine junge Frau, die aus Herrenberg angereist ist, ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen will. „Ich hab’ gedacht, das wird die Nacht der Nächte.“

Auch andere, ob übers Internet oder die SZ/BZ auf die Veranstaltung aufmerksam geworden, haben sich unterm Titel „südamerikanischer Abend“ mehr erwartet – brasilianische oder kubanische Tänzerinnen, Band und einen irgendwie brodelnden Wettbachplatz.

Dabei spielt die Action vor dem an der Ecke Grabenstraße und Wettbachplatz gelegenen Corners. Für dessen Chef, Kai Hammami, ist dies nach einer Soul-Night die zweite Veranstaltung, die er auf die Beine stellt, unterstützt vom City-Marketing. „Wir wollen den Bekanntheitsgrad erhöhen“, begründet Hammami sein Engagement. Wenn ein Platz auf dem Höhepunkt sei, sollte man etwas machen. „Damit die Leute nicht abwandern, wie in Böblingen“, sagt der erfahrene Gastronom, für den der Abriss der Böblinger Sporthalle eine Art Ursünde war: „Ohne Konzerte fehlt der Trubel.“

Dass so ein Tanzabend am Wettbachplatz, bei dem auch die Tanz-Aerobic-Mischung Zumba geboten wird, ein enormes Attraktionspotenzial hat, das zumindest belegt die Anwesenheit von Angela Wehrmann. Selbst Zumba-Trainerin, ist sie mit zwei Freundinnen eigens aus Balingen dem Zumba-Lockruf gefolgt. Und nun recht enttäuscht. „Ich find’ es so schade, dass so wenig da sind. Wir dachten, das wird die Mega-Zumba-Party.“

Ob Enttäuschung oder Zustimmung, das hängt wie meist von den Erwartungen ab. „Schön, dass es mal was anderes gibt“, sagt etwa Gerhard Hartmann, der von einem Tisch gegenüber des Corners dem Tanztreiben zuguckt. „Es ist gut, wenn der Platz hier belebt wird.“ Auch seiner Frau Diane gefällt, was sie hört und sieht. „Man hätte vielleicht mehr betonen sollen, dass das von einer Tanzschule ist“, sagt sie zu manch zu hoch gesteckten Erwartungen.

Die SZ/BZ hatte wie die Veranstalter einen südamerikanischen Abend angekündigt mit Tanzanleitung durch professionelle Zumba-Trainer. Das wurde geliefert. Für Torben Schäfer war von vornherein klar, dass dieses Event eine „kleine Aktion“ ist, die unabhängig von Zahlen stets ein Erfolg sei. „Auch wenn nur fünf da sind, und die sprechen positiv darüber, kommen sie wieder und bringen das nächste Mal Leute mit, so summiert sich das“, sagt der City-Manager.

Fraglos ist: Hätten die Hunderte, die an diesem Abend an den Tischen rund um den Wettbachplatz saßen, sich zu der Handvoll Tanzenden gesellt – es wäre wohl die von einigen erwartete Mega-Party geworden mit positiver Wettbachplatz-Resonanz bis nach Herrenberg und Balingen.

Neben den Tanz-Animationsrunden haben sich die Besucher des südamerikanischen Abends am Wettbachplatz etwas mehr Party versprochen. Bild: Heiden

Maik Schütt musste sich nach Spielschluss ordentlich kneifen. Sein VfL Sindelfingen hatte beim VfB Neckarrems mit 3:0 gewonnen und damit den ersten Saisondreier verbucht, dennoch musste der Sindelfinger Trainer anerkennen, „dass wir in der ersten Halbzeit auch ganz großes Glück hatten. In den ersten 35 Minuten hat uns der Gegner tief in die eigene Hälfte gedrängt. Dann aber folgten für uns unglaubliche fünf Minuten“.

Fünf Minuten, in denen der VfL das Spiel völlig auf den Kopf stellte. Mit der ersten Chance in der 41. Minute gingen die Gäste überraschend in Führung. Sindelfingens Kapitän Daniel Kniesel steckte auf Oliver Glotzmann durch, der wiederum VfB-Schlussmann Luis Loucao keine Abwehrchance ließ – 0:1. Eine Minute später folgte der nächste Nackenschlag für die Hausherren. Armin Zukic, ein Aktivposten in Sindelfinger Reihen, trieb den Ball über die linke Seite nach vorne. Im gegnerischen Strafraum angelangt schlug er den Ball scharf nach innen, welchen der Neckarremser Patrick Tichy zum 0:2 ins eigene Netz verlängerte.

Die Gastgeber waren nach den beiden Rückschlägen sichtlich geschockt – und fingen sich in der Nachspielzeit des ersten Spielabschnitts das dritte Gegentor ein. Alexander Wetsch bediente Marcello Di Fabio. Der VfL-Stürmer behielt vor dem Neckarremser Tor die Übersicht und legte auf Armin Zukic ab, der nur noch ins leere Tor schieben musste – 0:3.

So glücklich die Führung aber auch zustande gekommen war, nach der Pause verdiente sich der VfL den ersten Saisonsieg. Während die bis dato verlustpunktfreien Hausherren nun alles nach vorne warfen, bewahrten die Sindelfinger Ruhe, verpassten es aber, aus einer Handvoll sehr guter Torchancen, weiteres Kapital zu schlagen. „Da müssen wir früher alles klar machen“, fand Maik Schütt reichlich Ansatz für Kritik. Marcello Di Fabio in der 51. und Armin Zukic in der 54. Minute hatten jeweils das 4:0 auf dem Fuß. „Das wäre die Entscheidung gewesen“, so der VfL-Coach weiter.

Richtig Grund zum Haareraufen hatte Maik Schütt in der 63. Minute. Seine Mannschaft lief eine 5:1-Überzahl – und ins Abseits. „Das war katastrophal gespielt“, zürnte Maik Schütt. „Das müssen wir konzentrierter zu Ende spielen.“ Am Samstag fiel das aber nicht mehr weiter ins Gewicht, weil der VfL zumindest defensiv gar nichts anbrennen ließ.

Eine Bank war Sindelfingens Torwart David Kocyba, der noch in der Vorwoche bei der 1:3-Niederlage gegen Calcio Echterdingen gepatzt hatte. „David war stark, hat alles souverän weggemacht und Ruhe ausgestrahlt“, gab es Lob von Thomas Dietsche. Der Sportliche Leiter des VfL sprach nach dem Spiel von einem „Ausrufezeichen“ seiner Mannschaft. „Mit hohem Einsatz und großem Willen haben sich die Jungs diesen Sieg verdient. Das ist zu Beginn der nun anstehenden englischen Woche sehr wichtig. In der vergangenen Saison haben wir den ersten Sieg erst im November verbucht.“

VfL Sindelfingen: Kocyba, Gans, Mohr, Klug, Bäuerle, Feigl (89. Minute Berberoglu), Kniesel, Zukic (81. Minute Pross), Wetsch (62. Minute Müller), Glotzmann, Di Fabio (75. Minute Nikolovski)

Oliver Glotzmann (links) erzielte den Führungstreffer in Neckarrems – wie in der Vorwoche gegen Calcio Echterdingen. Nur reichte es diesmal zum Sieg für den VfL. Bild: Photo 5

Es riecht nach Ruß, nach Holzkohle und heißem Öl. Es zischt, es dampft und es pfeift. Klare Sache: Die Dampfbahnfreunde Sindelfingen haben wieder zu ihren Dampftagen auf die Vereinsanlage bei der Klosterseehalle im Sommerhofental eingeladen. 2500 bis 3000 Besucher werden es bis zum Sonntagabend gewesen sein, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollen.

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Mehrere Dutzend Menschen sind immer gleichzeitig anwesend, die Publikums-Züge sind fast ständig voll. Vor allem für Kinder ist es ein großer Spaß, eine Runde durch das Sommerhofental zu rattern. Ist die Federung auch eher trocken-sportlich, so ist die Fahrt trotzdem Gemütlichkeit und Nostalgie pur. Rund zehn Minuten dauert die Fahrt bis fast ans Kneipp-Becken beim Teufelsloch und wieder zurück. Auf der Homepage www.szbz.de steht unter Multimedia und unter Video ein Film von einer Fahrt. Und unter Bildergalerie stehen weitere Fotos von den Dampftagen.

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Die Miniatur-Loks finden sich in den verschiedensten Formen. Am häufigsten vertreten ist die klassische Dampf-Lokomotive, die in der Regel auch genauso funktioniert wie die großen Vorbilder. Zusätzlich finden sich diverse Diesel-Loks, Rangier-Loks, eine historische Straßenbahn oder ein Bagger – hierbei handelt es sich jedoch meistens um elektrisch betriebene Lokomotiven.

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31 Lokomotiven sind an diesem Wochenende unterwegs. Gäste kommen aus Luxemburg, der Schweiz und Österreich, und selbst aus Frankreich liegt eine Anmeldung vor.

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„Um die 40 Mitglieder hat der Verein“, sagt Wolfgang Klein, stellvertretender Vorsitzender. Die Zahl schwankt immer um die 40 herum. Selbst beim Nachwuchs sieht es nicht ganz so schlecht aus, wie bei anderen Vereinen. „Es kommen durchaus Jugendliche in den Verein“, so Wolfgang Klein, aber es sei schwierig, sie langfristig an den Verein zu binden. Jeder Jugendliche bekommt einen Paten aus der Riege der älteren Mitglieder, der den jungen Menschen an die Hand nimmt.

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Speziell das Alter zwischen 35 bis 45 Jahren, sagt Wolfgang Klein, sei schwach vertreten. „In dem Alter sind die meisten fest eingebunden in Familie und Beruf.“ Außerdem gebe es Mitglieder, die es von Berufs wegen in die Ferne verschlägt – die sind dann natürlich auch weg.

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Speziell zur Mittagszeit sind die Plätze im Schatten besonders begehrt. Gegen die starke Sonneneinstrahlung wurden am Vereinsheim an der Stelle, wo die Publikums-Züge halten und die Menschen ein- und aussteigen, Sonnensegel aufgespannt. Dass sich dann dort die Hitze ein wenig staut, ist eine andere Sache. Aber nicht vermeidbar.

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Alldieweil fährt ein kleiner Zug nach dem anderen durch das Sommerhofental, kämpft sich die Steigungen empor und pfeift fröhlich vor sich hin, wenn es wieder bergab geht. Die Kinder freut es, die Eltern fast noch mehr. Und der Verein ist froh über so viel Zuspruch.

Online

Der Verein der Dampfbahnfreunde stellt sich im Internet unter www.dbf-s.de vor.

Heiß war es und ganz schön was los bei den Dampftagen der Sindelfinger Dampfbahnfreunde im Sommerhofental. Übers ganze Wochenende, so schätzt der Verein, dürften es 2500 bis 3000 Besucher gewesen sein. Bild: Steiner

Ein Klick und die Krankenschwester steht vor der nagelneuen Klinik. Nur virtuell. Denn das Krankenhaus ist noch gar nicht fertig gebaut und längst nicht eingerichtet. Trotzdem kann sie schon durch die Gänge gehen, mit dem Aufzug fahren, mit virtuellen Ärzten und Patienten sprechen, Medikamente aus Schränken holen, ihre Wertsachen in Fächern einschließen und sich die Hände desinfizieren.

Jeder Klinik-Mitarbeiter des neuen Ostfold-Krankenhauses in Norwegen hat dieses Computerspiel gespielt, bevor er zum ersten Mal einen Fuß in die Großklinik gesetzt hat. Jarl Schjerverud ist Projektleiter des Computerspiels: „Auch wenn der erste Arbeitstag in der neuen Klinik noch weit entfernt ist, lernen die Mitarbeiter so ihren künftigen Arbeitsplatz kennen. Prägen sich Wege ein und merken sich, wo welche Abteilung ist.“ Das verkürzt die Umzugs- und Eingewöhnungszeit.

Das Ostfold-Krankenhaus ist seit Anfang dieses Jahres voll in Betrieb. Träger ist die Gesundheitsbehörde für Südost-Norwegen. Die Klinik zählt rund 700 Betten, inklusive 108 in der psychiatrischen Abteilung, 3200 Mitarbeiter und 1450 Stellplätze. Sie umfasst rund 90 000 Quadratmeter Fläche. Alle Patientenzimmer sind Einzelzimmer. Ein Wohnheim für das Personal gibt es nicht. Die Gesamtkosten lagen bei rund 680 Millionen Euro. Die Baukosten sind in Norwegen bis zu 40 Prozent höher als in Deutschland. Baubeginn war im Herbst 2011. Schon 2015 begann in Teilen der klinische Betrieb. Das Krankenhaus ist ein halbes Jahr früher fertig geworden als geplant.

Die Klinik geht in Sachen Digitalisierung neue Wege. Die rund 90 000 Quadratmeter Betriebsfläche haben die Architekten mit einem 3D-Modell bis ins Kleinste vorgeplant. „Building Information Modeling“ kurz BIM nennt sich die Methode. Statt 6000 verschiedener Pläne voller Daten gibt es ein digitales Modell, in dem alle Informationen stecken und auf das alle Gewerke Zugriff haben.

Das macht die neue Klinik erlebbar, bevor der erste Stein an seinem Platz steht. Eine Wand ist auch im Modell eine Wand und kein Strich. „Das gab uns viele Möglichkeiten, das System zu prüfen, bevor die Handwerker loslegen. Auch die Mitarbeiter konnten mitwirken“, sagt Tore Dag Olsen. Er ist Projektleiter des Neubaus vonseiten des Krankenhauses. Auch die Gesundheitsbehörde hat einen Projektleiter gestellt: Dag Bohler. Beide halten große Stücke auf BIM: „Es spart Zeit, man prüft, bevor man mit dem Bau beginnt, und erkennt Fehler frühzeitig.“ Beispielsweise, dass Kabel und Leitungen sich in die Quere kommen. BIM weist auf solche Gefahren hin. Die Planer können sich durch das 3D-Modell klicken. Jede Tür, jedes Fenster, jede Leitung steckt in der Datenbank. Per Klick erfährt der Nutzer, welche Tür aus welchem Material in welcher Größe geplant ist, was sie kostet und wie lange es braucht, sie einzubauen. „Änderungen kann man direkt ins Modell eintragen. So passen sich die Parameter an. Der Plan wird automatisch für alle aktualisiert, die mit dem Bau zu tun haben. Ich würde keine Klinik mehr ohne BIM planen“, sagt Tore Dag Olsen. Die Methode habe die Qualität der Bauzeichnungen und Pläne deutlich verbessert, so Dag Bohler. Die moderne Datenbank ist auch die Grundlage für das Computerspiel von Jarl Schjerverud, in dem sich das Klinikpersonal virtuell mit dem Krankenhaus vertraut macht.

Inzwischen läuft der Klinikbetrieb. BIM ist weiterhin wichtig für die Verwaltung. „Dieses Tool ist auch nach dem Bau super, um das Haus zu betreiben und weiterzuentwickeln“, sagt Tore Dag Olsen. Die Kosten für die Methode lassen sich schwer schätzen, weil diese im Architekten-Honorar stecken, so Dag Bohler. Abgesehen von der Klinik in Norwegen arbeitet auch das Felix-Platter-Spital in der Schweiz derzeit mit der Methode. Dort steckt man aber noch mitten im Rohbau.

In Deutschland laufen Bauprojekte in der Industrie bereits mit BIM-Unterstützung. Wenn der Böblinger Kreistag sich dafür entscheidet, „betreten wir im Klinikneubau hier ein Stück weit Neuland“, sagt Harald Schäfer, Projektleiter der Flugfeldklinik: „BIM ist die Zukunft und erleichtert viele Prozesse. So entstehen weniger Planungsfehler.“ Auch in Stuttgart gebe es Baufirmen und Klinikarchitekten, die mit BIM arbeiten können, so Harald Schäfer: „Wir sind am Markt begehrt. Das wäre auch ein Referenzprojekt für Planer.“

Eine Wunderwaffe sei die Methode nicht, da sind sich Landrat Roland Bernhard und Harald Schäfer einig. „Wir brauchen ein gutes Projektmanagement. Dazu gehört auch ein gutes Risikomanagement. BIM ist ein Bestandteil hiervon“, sagt Bernhard. „Es steht und fällt mit den Vorgaben, die wir machen. Wir müssen klar definieren, was wir wollen“, so Schäfer.

Als Nächstes wolle der Projektleiter im Kreistag die Gesamtstrategie für die Flugfeldklinik vorstellen und den Fahrplan festlegen: Das bildet mit dem Ergebnis des städtebaulichen Wettbewerbs die Basis der Ausschreibung für die Architekten-Suche. BIM ist, wenn der Kreistag so entscheidet, eine Vorgabe in der Ausschreibung. Der Landkreis hoffe außerdem auf Zuschüsse aus Fördertöpfen für Innovationen.

„Das Zeichenbrett gehört der Vergangenheit an, computergestützte Entwürfe wie CAD waren der Anfang und jetzt betreten wir die nächste Stufe der digitalen Revolution“, so Roland Bernhard.

Seit Jahresanfang ist das Ostfold-Krankenhaus in Betrieb. Es war ein halbes Jahr früher fertig als geplant und blieb im Kostenrahmen.

Die dreißigjährige Bandgeschichte von „Wizo“ ist durchaus bewegt. Nach ihrer Auflösung im Jahr 2005 hatten sich „Wizo“ 2009 wiedervereint. Neben Sänger und Band-Urgestein Axel Kurth mischt seitdem auch Bassist Ralf Dietel in der Band mit. Der jüngste Besetzungswechsel fand dann im vergangenen Jahr statt, als Schlagzeuger Alex Stinson dazu kam. „Wir haben jetzt wieder eine echt gute Band beinander“, freut sich Kurth und betont, nur wenn die Energien untereinander stimmten, könne auch wirklich neue Musik entstehen. Und Innovation ist dem Sänger auch nach dreißig Jahren im Geschäft sehr wichtig.

Das Album „Der“, das am 12. August erschienen ist, hält dreizehn gewohnt politische Songs bereit und sei, laut Kurth, trotzdem ein Novum für Band und Fans: „Es ist das wahrscheinlich radikalste Album in unserer Bandgeschichte“, sagt der 47-Jährige. Tatsächlich nehmen die Alt-Punker in ihren Liedern über Europas Abschottung, sinkende Flüchtlingsboote und rassistische Verschwörungstheorien kein Blatt vor den Mund und unterlegen ihre Wut mit gewohnt lauten Gitarrenklängen.

„Das dürfte einigen Menschen auch Kopfschmerzen bereiten“, ahnt Sänger Kurth. Wer „Wizo“ (Bild: Andre Noll) aber gerade für ihre klaren Worte gegen Fremdenhass, ungezügelten Kapitalismus und die negativen Folgen der Globalisierung liebt, der dürfte auch mit dem neuen Werk durchaus glücklich sein.

Das Album „Der“ hat nur knapp die Top 10 verfehlt, und im November starten „Wizo“ eine ausgedehnte Tour durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien, die am 9. Dezember mit einem Auftritt in Stuttgart endet. Wenn Punkrock für „Wizo“ also, wie Sänger Kurth erklärt, vor allem bedeute, in „Bewegung zu bleiben und teilzunehmen“, dann bleibt an dieser Stelle nur neidlos anzuerkennen: Mission erfüllt.