Aktuelle Veranstaltungen

Vom 15. November bis zum 24. Dezember veranstaltet City-Marketing Sindelfingen e.V. ein großes Weihnachtsgewinnspiel, bei dem es viele unterschiedliche und hochwertige Preise zu gewinnen gibt. Die Teilnehmer müssen auf einer Karte zwölf Treue-Marken sammeln. Für jeweils zehn Euro Einkaufswert gibt es von den teilnehmenden Fachgeschäften eine Treue-Marke. Wer mithin für einhundert Euro Waren kauft, erhält zehn Treue-Marken. Ist die Karte mit zwölf Aufklebern voll, kann sie bei der Kreissparkasse am Marktplatz oder der Volksbank in der Gartenstraße abgegeben werden. Die Coupons kommen alle in eine Losbox. Nach Weihnachten werden die Gewinner gezogen und benachrichtigt. Der Hauptgewinn ist ein fünftägiger Aufenthalt im Wellnesshotel Bel Vital im Schwarzwald im Ort Waldachtal.

1.      Sindelfinger Weihnachtssingen

 

Ort:                 Wettbachplatz Sindelfingen

Datum:            23. Dezember 2014

Uhrzeit:           17.00-18.00 Uhr

 

Gemeinsam wollen wir mit dem Trompetenensemble der SMTT Weihnachtslieder singen und uns auf die Weihnachtstage einstimmen.

Wir freuen uns auf viele Kinder und Erwachsene !

 

Es gibt Kinderpunsch und Glühwein .

 

Bitte die ausgedruckten Weihnachtslieder und eine Kerze mitbringen.

Die Texte der Weihnachtslieder gibt es hier als PDF

Veranstalter:   SMTT Sindelfingen und City Marketing Sindelfingen

City Marketing Nachrichten

SZ/BZ Nachrichten

Zum Beispiel die, warum die Bahnhofstraße in Sindelfingen nicht zum Bahnhof führt. Diese Beobachtung hatte den Sindelfinger Stadthistoriker Horst Zecha mächtig um- und angetrieben. Um auf des Rätsels Lösung zu kommen, muss man im Geschichtsbuch noch einige Seiten zurückblättern – und findet noch vor dem einschneidenden Jahr 1879 Halt.

„Sindelfingen und Böblingen wollten den Anschluss nicht verlieren“, sagt Horst Zecha. Aber dass beide Städte gemeinsam aufs Gleis kommen, schien auch im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts sehr unwahrscheinlich. Also einigte man sich auf einen gemeinsamen Bahnhof. Dieser wanderte mit jeder neuen Planskizze ein Stück weiter nach Böblingen. „Das hatte wohl sehr mit der Böblinger Zuckerfabrik am Unteren See zu tun“, sagt Horst Zecha und nennt schwergewichtige Argumente. Warentransport und Arbeitswege gehören dazu. Am Ende hatte Sindelfingen den Salat – und Böblingen seinen Bahnhof. Am 31. August 1879 lief die erste Lok der Schwarzwaldbahn ein, später „Gäubahn“ genannt.

Weil sich die Sindelfinger Bemühungen zerschlagen hatten, blieb nichts anderes übrig, als das Projekt einer Verbindungsstraße zum Bahnhof Böblingen anzugehen. So entstand in den Jahren 1883/84 die 2,25 Kilometer lange Bahnhofstraße vom Marktplatz bis nach Böblingen. Der finanzielle Kraftakt zahlte sich bald aus. Das Weberstädtchen erwachte aus dem Dornröschenschlaf, die Industrialisierung nahm Tempo auf.

Bereits ein Jahr nach dem Bau bekam Johann Wizemanns Weberei in der Unteren Vorstadt einen Dampfkessel. Die Webereifirmen Zweigart & Sawitzki in der Wettbachstraße und Wilhelm Dinkelaker in der Leonberger Straße folgten 1887 und 1888.

Besonders attraktiv für Unternehmer war die Bahnhofstraße selbst. Die erste Fabrik prägte lange deren Erscheinungsbild: die Weberei des Johann Christian Leibfried, bis heute fälschlicherweise I.C. Leibfried genannt. Aus dem bescheidenen Fabrikgebäude von 1881 wurde ein stattliches Ensemble, hinter dessen Mauern Tischdecken oder Schürzen entstanden.

Weitere kleinere und größere Firmen kamen und verschwanden, die Firma Emil Kabisch hinterließ dagegen bis heute Spuren. Entstanden 1895 im Wiesengrund direkt an der Stadtgrenze zu Böblingen, ging die Maschinenfabrik in der Firma Optima und diese wiederum in den 30er Jahren in der Deutschen Hollerith auf, die nach dem Zweiten Weltkrieg Bestandteil der IBM wurde. Franz Entreß erstellte 1903 in der Bahnhofstraße 43 eine Strumpffabrik, die nach verschiedenen Besitzerwechseln ebenfalls in den IBM-Besitz überging. Auch das Gaswerk entstand 1903 in der Nachbarschaft.

Von den 726 Arbeitsplätzen, die der Stadtschultheiß Wilhelm Hörmann 1911 auflistete, befanden sich 250 und damit fast 35 Prozent in der Bahnhofstraße. Wohlhabende Männer bauten hier beeindruckende Häuser. Einer der ersten Bauherren war der Stadtschultheiß Frank, Stadtpfleger Wilhelm Leibfried ließ sich 1904 von Architekt Georg Bürkle eine Villa im Burgenstil bauen, und nach den Postkutschen ging am 1. Dezember 1905 die erste Buslinie in Betrieb. Die Einzelfahrt kostete 15 Pfennig, die Arbeiterwochenkarte 80 Pfennig.

Doch eine Stadt mit 4500 Einwohnern ohne Bahnhof – Horst Zecha sagt, dass das damals in Württemberg ziemlich einzigartig war. Bis Sindelfingen zum Zug kam, sollte es jetzt aber nicht mehr allzu lange dauern. Allerdings: Kurz vor dem Ziel kam fast alles zum Erliegen. Der Erste Weltkrieg brach aus. Bauarbeiten wurden eingestellt, Omnibusse für Kriegszwecke requiriert.

Und dann schnaubte die erste Lok im Sindelfinger Bahnhof. Den 23. Dezember 1914 bezeichnet Horst Zecha als Weihnachtsgeschenk. Der Zugverkehr aus Böblingen endet zunächst in Sindelfingen und führte ab dem 1. Oktober 1915 bis nach Renningen. Sicherlich war auch das ein schwerwiegendes Argument für die Daimler-Ansiedlung, weshalb Sindelfingen wie ein Pilz aus dem Herbstboden schoss. Im Bahnhofsgebäude wurden Karten verkauft und abgefertigt. Der Vorsteher wohnte im oberen Gebäudeteil. Sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr trieben Blüten.

Bis zum Wirtschaftswunder. Horst Zecha: „Immer mehr Menschen fuhren Auto, immer weniger Bahn. Eine Linie nach der anderen wurde gestrichen.“ Anfang der 90er Jahre waren neben den Güterzügen nur noch zwei Personenzugpaare pro Tag auf dem Gleis. Die sogenannten Daimlerzüge, die zwischen Horb und Sindelfingen pendelten. Sie brachten die Menschen zur Früh- und Spätschicht und wieder nach Hause. Mitte der 90er war auch das vorbei. Und die Bahnhofstraße selbst wurde mehrmals gekappt. Seit 1973 trennt die Autobahn die beiden Städte. In den 80er Jahren wuchs das Mercedes-Werk über ein größeres Stück der Verbindungsstraße.

Der Sindelfinger Bahnhof hat jedoch Zukunft, die am 14. Juni 2010 mit dem Betrieb der S 60 zwischen Böblingen und Maichingen und im Dezember 2012 mit dem Vollbetrieb bis nach Renningen eingeleitet wurde. Der Vorplatz ist hergerichtet, es gibt Park-and-ride-Plätze. Die Vision ist im Leitbild aus dem Beteiligungsprozess „Sindelfingen 2025“ festgehalten. Der Sindelfinger Bahnhof soll zu einer „Mobilitätsplattform“ ausgebaut werden. Bahn, Bus, Taxi, Auto, Rad, Car-to-Go, Infotafeln, Servicestationen. Alles für den Fahrgast und die Orientierung. In diese Richtung soll es gehen. Allerdings muss dafür erst ein 2200 Quadratmeter großes Grundstück hinzugekauft werden.

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Im Sindelfinger Rathausfoyer erzählen bis zum 8. Januar zwölf Schautafeln die Geschichte des Bahnhofs.

Diese Privataufnahme vom Sindelfinger Bahnhofsgebäude ist etwa im Jahr 1930 entstanden. Bild: Stadtarchiv Sindelfingen

„Mit Internet.com möchten wir Schülern zu einem sicheren Umgang mit dem Internet verhelfen. Denn heutzutage sind sich viele nicht bewusst, welche Gefahren im Internet lauern“, sagt Anna Outsetari, Vorsitzende der Jugendbürgerstiftung.

Der Workshop soll den Schülern nahe bringen, wieso Partyfotos nicht auf Facebook oder Instagram gehören, wieso Cybermobbing von Lehrern und Schülern nicht unterschätzt werden darf, was Vorratsdatenspeicherung mit unserem Leben zu tun hat und warum man die AGBs vielleicht doch lieber lesen sollte.

Ende November weckte Gabriella Parditka, Referentin des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, mit verschiedenen Rollenspielen und interessanten Videos das Interesse der Schüler der Eichholzschule. Auch Eigenarbeit und -initiative war gefordert, in unterschiedlichen Gruppenarbeiten brachten sich die Schüler aktiv ein und vertraten ihre eigene Meinung.

„Ziel dieses Projekts ist es, geeignete Schüler zu finden und diese als Schülermentoren auszubilden, damit sie in den kommenden Jahren selbstständig weitere Internetprojekte an der Schule vorantreiben“, sagt Anna Outsetari.

Sowohl die Teilnehmer als auch die Mitglieder der Jugendbürgerstiftung waren sich einig, dass Internet.com ein Erfolg ist. „Es ist also zu hoffen, dass dieser dreistündige Workshop auch bei Mittelstufenschülern weiterer Sindelfinger Schulen gute Resonanz findet.“

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Weitere Informationen stehen auf www.jugendbuergerstiftung.de unter dem Stichwort Projekte.

So wie hier an der Eichholzschule will die Jugendbürgerstiftung auch an anderen Schulen Jugendlichen Tipps zum sicheren Umgang mit dem Internet geben. Bild: z

Nachdem das kleine Mädchen operiert und mehrere Wochen beobachtet worden war, durfte sie nach Hause. Doch nach eineinhalb Wochen stellten die Eltern eine starke Schwellung am Kopf fest und brachten Katharina wieder ins Krankenhaus. Sie wurde noch einmal operiert und musste zur weiteren Behandlung dableiben. Der Vater, der arbeitslos wurde, fuhr jeden Tag nach Stuttgart, um sich um das Kind zu kümmern. Das Fahrgeld schlug ziemlich zu Buche, so dass sich die übrige Familie meist verkniff, Katharina zu besuchen.

Auf die Psyche der Eltern schlug außerdem, dass die Klinik die Polizei beauftragte zu ermitteln, ob die Eltern oder andere Personen an der Verletzung des Kindes schuld seien. Sie mussten einen Rechtsanwalt beauftragen, sie zu verteidigen. Die Untersuchung ergab, dass kein Verschulden der Eltern vorliegt. Doch der Jurist will trotzdem sein Honorar. Die finanzielle Situation der Familie ist äußerst angespannt, da Fabian P. nach einer Knieoperation nur Krankengeld bekommt. Ob er mit seinem lädierten Knie wieder einen vergleichbaren Job bekommt, weiß er noch nicht.

Wenn die kleine Katharina aus dem Krankenhaus entlassen wird, braucht sie Krankengymnastik und Frühförderung, da motorische Einschränkungen durch die Hirnverletzung schon jetzt zu erkennen sind. Die Ärzte sagten den Eltern, dass mit schweren Behinderungen zu rechnen ist. „Nachbarn in Not“ unterstützt die Familie mit einer Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr und einem Zuschuss zu den Prozesskosten und hofft, damit einen Funken Hoffnung zu den Feiertagen beizutragen.

Wenn Sie „Nachbarn in Not“ unterstützen können, damit die Hilfsorganisation helfen kann, dann überweisen Sie eine Spende an die Vereinigte Volksbank AG, IBAN: DE81603900000200250000, BIC: GENODES1BBV oder an die Kreissparkasse Böblingen, IBAN: DE18603501300003039999, BIC: BBKRDE6B. Weitere Informationen gibt es unter www.nachbarn-in-not.de im Internet.

Ein Teil stellt sich auf eine aus Podesten aufgebaute große Tribüne im Chor der Kirche, ein anderer formiert sich seitlich, hinter einer Säule. Auch zwanzig Maskenmenschen, einige mit Stöcken in der Hand, bringen sich in Position.

Vor erneutem Durchlauf der Szene vier eilt Christian Ländner, der sich im hinteren Kirchenteil unter der Empore mit Marcel Lyhs hinter Computer und Mischpult verschanzt hat, nach vorne und korrigiert die Einstellung eines Bodenscheinwerfers. Sindelfingens Kirchenmusikdirektor Matthias Hanke, der am E-Piano das auf der linken Seite platzierte kleine Musicalorchester leitet, hatte moniert: „Christian, der Scheinwerfer vorne rechts blendet.“

Allein vier große und vier kleinere Scheinwerfermasten hat das Licht- und Tontechnikerteam installiert. Dazu kommen viele Lichtspezialeffekte. Das deutet auf Größeres. „Es ist schon einiges geboten“, bestätigt Christian Ländner, der schon bei unzähligen Veranstaltungen das Lichtdesign gemanagt hat. Unter anderem war er beim vergangenes Jahr Tausende Zuschauer in die Stadthalle lockenden Jubiläums-Musical „Sirenen der Heimat“ für die technische Konzeption verantwortlich.

Auch Heike Laws, die von Maskenmensch zu Maskenmensch und Sängerin zu Sänger geht, hier eine Beinstellung, da eine Armhaltung korrigiert, war bei den „Sirenen“ aktiv. Damals genau wie hier bei der Musicalproduktion „Eleasar“ als Choreografin. „Nicht so schüchtern!“, schärft derweil Ulrich von der Mülbe der Truppe auf den Podesten ein. Mit ihm, der sich die Regie zu den Sirenen mit seiner Tochter Annette geteilt hatte, ist ein Großteil der Chefetage des Jubiläums-Musicals auch beim „Eleasar“ involviert. Matthias Hanke selbst hatte bei den „Sirenen“ die Chöre mit einstudiert und an den Songtexten gearbeitet.

In der Tat ist die Produktion „Eleasar“ eine Geburt aus dem Geist der „Sirenen der Heimat“. Zwar war es Matthias Hanke, der während seiner alljährlichen Recherche nach Chorliteratur im Deutschen Centrum für Chormusik (DCFC) auf das Musical „Eleasar“ stieß und bei Ulrich und Annette von der Mülbe im Frühjahr wegen Übernahme der Regie anklopfte. Aber die, die bei den „Sirenen“ auf der Bühne standen, hatten bei Annette von der Mülbe längst Interesse angemeldet an einer weiteren Musicalproduktion. „Viele andere haben mich nach den ‚Sirenen‘ auch angesprochen und gefragt: Wann machen wir wieder was?“, erzählt Annette von der Mülbe.

So zeigt sich: Nicht nur der überwältigende Erfolg des Jubiläumsfestwochenendes mit Kuchenritt, Zeitspaziergang und dem von Frank Martin Widmaier konzipierten Multi-Media-Event „Sindolfs Traum“ hat Nachhall, mit der Idee einer Biennale, bei der 2015 unter anderem das Freilichttheater mit dem neuen Arbeitstitel „Der Sindelfinger Jedermann“ und Ingo Sika als Hauptdarsteller an der Martinskirche laufen wird. Auch die „Sirenen der Heimat“ entpuppen sich im Nachhinein als Kulturmotor, der weiter brummt.

Denn beim „Eleasar“ in der Martinskirche sind nicht nur die Macher, sondern viele der Mitmacher der „Sirenen“ beteiligt. Die meisten der Sängerinnen und Sänger des Projektchors sowie des Kinder- und Jugendchores, die beim „Eleasar“ mitspielen und -singen, hätten auch bei den „Sirenen der Heimat“ auf der Bühne gestanden, erzählt Annette von der Mülbe.

„Es fängt alles an wie ein Weihnachtsspiel“, erklärt sie zur Geschichte des Musicals „Eleasar“, das im Untertitel „Der vierte König“ heißt und auf eine russische Legende zurückgehen soll. Demnach gehört Eleasar als vierter Mann zu den bekannten Heiligen Drei Königen, als die den Weihnachtskometen erblicken. Auf deren Weg nach Bethlehem verliert Eleasar den Anschluss an das Trio. Er hat aber die Vision, dass der Retter geboren wurde und versucht, auf seinem eigenen Weg vielen in Not und Bedrängnis geratenen Menschen zu helfen: Dabei begegnet er Krieg und Versklavung, wird im Laufe seines Lebens zum alten und gebrochenen Mann. Am Ende findet er schließlich Jesus. Allerdings nähert sich das Finale von „Eleasar“ eher einer Passion an. „Wir finden ein versöhnliches Schlussbild“, verspricht dennoch Annette von der Mülbe.

Sie räumt aber ein, dass sie anfänglich Bedenken mit dem Stück hatte. „Ich wollte nicht, dass es kitschig wird. Das war meine größte Angst“, erklärt die Regisseurin ihren Inszenierungsansatz: „Ich habe gesagt, wir brauchen eine Abstraktionsebene.“ Die liefern zum einen die Maskenmenschen, zum anderen die Reduzierung des Historisch-Konkreten auf ein Minimum, da Ausstattung und Requisite auf allzu historisierende Elemente verzichten. Annette von der Mülbe: „Römer mit Lendenschurz und Sandalen hätte ich etwas ärmlich gefunden.“

16 Schläge von der Basstrommel geben nun das Startsignal für einen erneuten Durchlauf von Szene vier „Im Kriegsgebiet“. Es wird an diesem Probenabend nicht das letzte Mal sein, dass die Kriegsszene geübt werden muss, in der Eleasar, gesungen und gespielt von Johannes Held, mit seinem letzten Geld einen Haufen Gefangener aus den Händen einer mordlüsternen Soldateska befreit. Johannes Held, der im Sommer sein zweites Kunstliedfestival „Der Zwerg“ in der Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT) organisiert hatte, war als einer der wenigen „Eleasar“-Akteure nicht an den „Sirenen der Heimat“ beteiligt.

Als studierter und erprobter Opern-Profisänger hat er für die manchmal vor lauter Musical-Aktion den Gesangsfaden verlierenden Chorsolisten dennoch einen wertvollen Überlebenstipp: „In der Oper guckt jeder im Zweifelsfall zum Dirigenten“, sagt Johannes Held. Dann kommt bereits erneut das Regiekommando: „Noch mal“.

Info

Die Aufführungstermine für das Musical „Eleasar“ sind am Samstag, 13., Sonntag, 14., Freitag, 19., Samstag 20. und Sonntag, 21. Dezember. Beginn in der Martinskirche Sindelfingen Freitag und Samstag jeweils um 19.30 Uhr, an den Sonntagen um 16 Uhr.

Maskenmenschen in der Martinskirche: Eleasar (Johannes Held trägt bei den Proben einen roten Pullover) hat auf dem Weg nach Bethlehem seine drei Königs-Begleiter verloren und erlebt einer russischen Legende nach ein eigenes Schicksal. Bild: z

„Ihr Rotzlöffel“, schimpft eine ältere Frau in Kittelschürze, als Alexander Menkö und seine Rollbrettkumpels aus dem Kreis Böblingen mal wieder auf ihren Fahruntersätzen über Treppenabsätze brettern und einfach Spaß bei ihrem Sport haben wollen.

Im Böblinger Siebeneck, unweit des Skaterparks beim Baumoval, versucht eine Spaziergängerin, Namen und Adressen der mit ihren fahrenden Sportgeräten auf Betonblöcke springenden und Kunststücke probierenden Jugendlichen in Erfahrung zu bringen. Man schmunzelt als Betrachter ob der Aufgebrachtheit der älteren Generation. Für Alexander Menkö sind diese Aufnahmen ein von der Schwere seines Dokumentarfilms ablenkendes Moment. „Wir alle gegen den Rest der Welt, so war das damals“, erinnert sich der junge Filmemacher.

Seit 2008 studiert der Sindelfinger in Ludwigsburg Filmschnitt. Bewegte Bilder haben ihn schon seit frühester Jugend interessiert, mit der Super-8-Kamera seines Vaters drehte Alexander Menkö im Garten kleine Stop-Motion-Filme mit Spielfiguren und Ketchup als Blutersatz.

Später war die Kamera regelmäßig beim Skateboardfahren dabei – und jener junge Mann, der im Alter von 19 Jahren aus dem Fenster eines Hochhauses sprang und dessen engste Freunde sich nun in diesem sehr persönlichen Film an die gemeinsamen Zeiten erinnern, zumeist Stuntman und Hauptdarsteller in einer Person.

Dass die Verletzungsgefahr beim Skaten nicht zu unterschätzen ist, hat Alexander Menkö 2002 kurz nach seinem Abitur am Böblinger Lise-Meitner-Gymnasium am eigenen Leib erfahren: Nach einem Sprung stürzt er und reißt sich das Kreuzband am rechten Knie. Die damals festgehaltene Szene ist ebenfalls drin im Film. „Ich hab damals nicht nur ein Kissen vollgeheult“, sagt Menkö über die einjährige Zwangspause.

Stephan Kuch, im Freundeskreis Krümel genannt, hat sich nach einer Sprunggelenksverletzung sogar gänzlich vom Skateboarden verabschieden müssen. Warum er im Film nun bäuchlings auf einem Surfbrett liegend im Neoprenanzug im Oberen Hinterlinger See zwischen Sindelfingen und Vaihingen paddelt, erschließt sich aus der von Alexander Menkö verwendeten Filmszene zwar nicht sogleich. Es wird aber verständlich, wenn man weiß, dass Kuch nunmehr in München neben dem Haus der Kunst einen Ausgleich als Eisbachsurfer gefunden hat.

Als weitere Protagonisten gemeinsamer Skatertage („Wir haben damals den ersten Bus nach der Schule in die Stadt und den letzten wieder zurück genommen“) stehen außerdem noch Florian Klotz und Stefan Grund vor der Kamera.

Alexander Menkö ist nach dem Abitur seiner Leidenschaft für den Film für ein Praktikum als Kameramann bei R.TV Böblingen gefolgt und ließ sich dort zum Mediengestalter für Bild und Ton ausbilden. Seit 2007 arbeitet er freiberuflich als Film- und Video-Editor und hat sein Wissen seit der Aufnahme seines Studiums an der Filmakademie im Hauptfach Schnitt/Montage seitdem immer weiter vertieft.

„Ich wollte immer schon Schnitt machen. Schon früher, als ich noch mit zwei Videorekordern hin- und hergeschnitten habe und sich auch Musik zu den Bildern gesellte, waren das stets magische Momente für mich. Ich stehe im Prozess einer Filmproduktion lieber in der zweiten Reihe“, erzählt Alexander Menkö.

Auf die Frage nach Vorbildern in seiner Sparte muss Alexander Menkö kurz nachdenken. „Das ist ja die Ironie an diesem Beruf: Man liebt die Arbeit, aber an die Namen der Cutter erinnert man sich oft gar nicht.“ Anne V. Coates fällt ihm dann aber doch noch ein, die Cutterin des Filmklassikers „Lawrence von Arabien“ (1962). „Eigentlich haben Cutter keine eigene Handschrift, sie passen sich dem Material an“, sagt Menkö über die seiner Meinung nach filmischste Kunst schlechthin.

Seinen größten Erfolg bislang feierte er 2011 für den Schnitt des Werbefilms „Dirt Devil – The Exorcist“ seines Kommilitonen Andreas Roth. Mehr als 24 Millionen Clicks hat das Staubsauger-Commercial mittlerweile gesammelt. Aktuell schneidet Menkö seine Diplomarbeit, den 60-minütigen und vom SWR koproduzierten Dokumentarfilm „Ruf der Unsterblichkeit“ von Andreas Schnögl.

Seine eigene Regiearbeit „Aufrollen – Defeat your demons“ hatte der inzwischen nach München umgezogene Sindelfinger bereits vor zwei Jahren begonnen, als er sich während des Grundstudiums für das Wahlpflichtfach Dokumentarfilmregie ein Thema überlegen musste. „Die Geschichte von damals brannte mir immer noch unter den Nägeln. Nicht nur ich, sondern auch die anderen Freunde aus unserer Skaterclique haben sich immer wieder gefragt, was damals passiert ist. Der Film hat uns bei der Verarbeitung geholfen“, sagt Alexander Menkö.

Für die Einreichung bei der Filmschau Baden-Württemberg, bei der am 5. Dezember die Premiere von „Aufrollen“ stattfand (ein Screening im kommenden Jahr im Böblinger Bärenkino ist geplant) und trotz seines schweren Themas großen Anklang fand („Auch die Brüder des verstorbenen Protagonisten waren anwesend, das hat mich sehr gefreut“), schnitt Alexander Menkö noch weitere Skaterszenen aus seinem Archiv dazu. Den Freund niemals zu vergessen, das hatte er dessen Mutter damals beim von über 150 Menschen begleiteten Begräbnis versprochen. Zufall, dass dieser Artikel just heute am Sterbetag des allseits beliebten Kameraden erscheint.