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„Wenn die so etwas mit Wurst und Schweinehals auf die Beine stellen können, dann können wir das auch – aber besser, mit Fisch“, erzählt Axel Hornung, Patron der Steinenbronner Krone von einem launigen Skatabend des Wirtestammtischs vor mehr als einem Vierteljahrhundert, als der Fischmarkt aus der Taufe gehoben wurde. Einerseits als Ergänzung zum Schlemmermarkt im August, der sich bereits etabliert hatte und eben als gastronomisches Gegenstück zu den vielen Vereinshocketsen im Frühjahr.

Von der reinen Lehre, nur Fischgerichte aufzutischen, wurden die Wirte allerdings schnell abtrünnig. „Wir wurden von den Leuten immer wieder gefragt, ob wir nur Fisch auf der Karte hätten“, erinnert sich der Sindelfinger Hotelier Wolfgang Kramer. Sprich: Wenn Fisch heute noch nicht jedermanns Sache ist, dann war er es vor 25 Jahren schon zweimal nicht.

Ausgedehnte Speisekarten mit Fischspezialitäten und Krustentieren gab es zwar in der Spitzengastronomie schon immer, doch in der gutbürgerlichen Küche erschöpfte sich das Angebot spätestens nach Forelle Blau und Müllerin oder Rotbarsch in Panade. Fisch spielte vor 30 Jahren eben nicht nur am heimischen Herd eine Nebenrolle. Freitags war Fischtag, aber das war’s dann auch schon.

Das hat sich geändert. Fisch und Fleisch stehen sich in der gepflegten Gastronomie auf Augenhöhe gegenüber. „Das Verhältnis ist ungefähr 50 zu 50“, schätzt Dieter Schuster, Chefkoch im Sindelfinger Erikson Hotel, die Anteile von Fleisch aus Fluss und Meer, Weide und Wald. Die nachgefragtesten Fischarten auf seiner Speisekarte sind Zander und Seeteufel.

„Die Nouvelle Cuisine hat dem Fisch in der Gastronomie auch hier den Boden wieder bereitet“, sagt Dieter Schuster. Die neue feine Küche hatte vor allem auch Kombinationen wie Seezunge und Kalbsbries. Ideen, die auch in traditioneller geprägten Küchen aufgegriffen wurden. „Man muss und kann ja nicht alles neu erfinden“, sagt Dieter Schuster – und verweist beispielsweise auf seine Kutteln, denen er auch schon einen Fisch oder Flusskrebs zur Seite stellte.

Es ist freilich nicht nur die Nouvelle Cuisine, die den Geschmack auf breiter Fläche geprägt hat. Es sind auch gastronomische Urlaubserlebnisse, die man gerne auch zu Hause haben möchte. Garnelen, heute einer der Top-Seller des Fischmarkts, wären zu dessen Anfangszeiten Ladenhüter gewesen. Wie Doraden schmecken, heute ein selbstverständlicher Posten auf der Fischmarktkarte, wusste vor 20 Jahren allenfalls eine eingeschworene Gemeinschaft von Fischfreunden. So hat sich auch der Handel mit frischem Fisch in den letzten Jahrzehnten entwickelt. War das Angebot einst auf den Freitag und das Wochenende ausgerichtet, so ist es heute kein Problem mehr, sich im gut sortierten Einzelhandel täglich mit frischem Fisch einzudecken.

Dass die Nachfrage stimmt, dafür sorgt auch ein ausgeprägtes Wissen und Bewusstsein einer breiten Bevölkerungsschicht in puncto Ernährung. „Jeder, der sich ein wenig mit Ernährung beschäftigt, kommt nicht am Fisch vorbei“, sagt Peter Kramer, Geschäftsführer im Erikson Hotel, mit Blick auf gesundes Eiweiß oder auch wertvolle Fettsäuren. Fisch ist aus einer leichten Küche nicht wegzudenken.

Doch die Nachfrage hat auch Kehrseiten: Als Wildfänge sind Fisch und Krustentiere längst nicht mehr billiger als Fleisch und im Einzelfall sogar richtig teuer. „Ein Seeteufel besteht zu zwei Drittel aus dem Kopf, ein Drittel ist verwendbar“, sagt Dieter Schuster. Das macht den schmackhaften Fisch nicht billiger, im Gegenteil. Gleichsam seien beispielsweise Langusten heute nahezu „unbezahlbar“. Hier bleibt bei einem Kilopreis von über 40 Euro von dem Tier nur ein wenig Schwanzfleisch übrig. Dies bezahlt in der Regel kein Gast.

Auf der anderen Seite: Hummer, einst ein Luxusprodukt, darf beim Sindelfinger Fischmarkt nicht mehr fehlen. Die Aquakultur macht’s möglich. In großem Stile gezüchtet, ist Hummer heutzutage zu einer erschwinglichen Delikatesse geworden. Überhaupt: Ob Krustentiere oder Fisch – die Zucht ist ein probates Mittel, um den Druck auf überfischte Bestände zu nehmen und den Markt dennoch zu versorgen.

So kann auch im 25. Jahr beim Sindelfinger Fischmarkt getrost getafelt werden. Der einstige Name Böbelfinger Fischmarkt lebt heute nur noch in der Betreibergesellschaft fort. Denn aus Böblingen haben sich die Fischmarkt-Gastronomen schon vor rund 15 Jahren verabschiedet: Einerseits, weil der Zuspruch auf dem Marktplatz unter der Stadtkirche ohnehin noch nie so überragend gewesen sei und andererseits, weil beim letzten Mal in Böblingen, als im Juni Schneeflocken um die Stände tanzten, der ganze Fisch an Altersheime verschenkt wurde. Dergleichen möge bei diesem Fischmarkt Petrus, landläufig nicht nur Wettermacher, sondern auch Schutzheiliger der Fischer und Fischhändler, verhüten.

(siehe auch „Frischer Fisch kommt auf den Tisch“ und Fischmarkt-Programm vom 26. bis 29. Mai auf Seite 13)

Warm soll es ab Donnerstag werden, aber auch gewittrig. Doch ein Fischmarkt ohne Schauer wäre ja einmal etwas Neues. Bild: Reichert/A

Krustentiere sind beim Sindelfinger Fischmarkt der Renner. Bild: Jung

Mit Aktionsangeboten startete am Dienstag ein neuer Netto-Markt in der Sindelfinger Mercedesstraße. Neben der neuen Volksbank-Hauptstelle bietet der Marken-Discounter nach eigenen Angaben ein Sortiment von rund 4000 Artikeln. Zum Angebot an frischen Lebensmitteln gehören neben Obst und Gemüse, Fleisch- und Wurstwaren und Molkereiprodukten auch ein Netto-eigener Bereich für Back- und Brotwaren. Daneben ist auf der Fläche im Eingangsbereich ein Shop der Ehninger Bäckerei Sehne angesiedelt. Parkplätze stehen in einer Tiefgarage zur Verfügung. – jha – /Bild: Stampe

Am 9. Mai, dem Jahrestag des Schuman-Plans, der 1950 den Grundstein des europäischen Projekts legte, feierte das Gymnasium in den Pfarrwiesen Sindelfingen (GiPS) wieder den Europatag. Französisch- und Gemeinschaftskundelehrer Anthelme Bako hatte nicht nur die Aktivitäten der einzelnen Klassenstufen perfekt organisiert, sondern auch das Rahmenprogramm gestaltet. So traf sich die Schulgemeinschaft in der ersten Stunde, sang die Europahymne („Freude schöner Götterfunken“) und lauschte den Worten von Schulleiter Bodo Philipsen.

Während des Projekttages beschäftigten sich die Schüler mit verschiedenen Aspekten des Europa-Themas: Vom Erstellen eines Sprachenportfolios über die Chancen und Risiken des Binnenmarktes und einem Planspiel des Stuttgarter Europabüros bis zur Organisation eines Informationsabends für Flüchtlinge gab es viele Aktivitäten.

Beim Programm im Innenhof waren besonders die Schülerdarbietungen beeindruckend, zum Beispiel die Schüler-Lehrer-Quiz-Show „Wer ist Europäer?“ der Bilingual-Französisch-Gruppe der Klassenstufe acht. Schüler aller Altersstufen drückten auch die persönliche Bedeutung Europas für ihr Leben aus. Tenor dabei: „Das für uns Selbstverständliche dieses großartigen Friedens- und Wohlstandsprojektes muss immer wieder geschützt werden vor Nationalismus und Abschottung.“ Das GiPS als „Partnerschule für Europa“ wird dieser Verantwortung nicht nur am Europatag, sondern im täglichen Leben und Erlernen der Vielfalt gerecht. An der Schule arbeiten derzeit Schüler und Lehrer aus 52 Nationen, das Erlernen dreier europäischer Fremdsprachen gehört zum GiPS ebenso dazu wie Austausche und der bilinguale Französisch-Zug, der ein europäisches Doppelabitur („AbiBac“) ermöglicht. Christian Sommer/Bild: z

Bei der Amateur-WM im Sindelfinger Glaspalast ging mit Sercan Duran ein Lokalmatador an den Start. Mit der erhofften Podestplatzierung wurde es für den Zehntklässler des Sindelfinger Pfarrwiesengymnasiums allerdings nichts. Gegen den späteren Weltmeister aus Dänemark zog der Schützling von Tarek Al-Saleh den Kürzeren. „Ich mache Sercan überhaupt keinen Vorwurf. Er musste gegen den mit Abstand stärksten Gegner antreten, der über viel mehr Erfahrung verfügt. Sercan hat sich trotz Niederlage gut geschlagen und alles gegeben“, sagte sein Lehrmeister Tarek Al-Saleh.

Die nötige Fitness für die WM hatte sich Sercan Duran in den vergangenen Wochen bei Tarek El-Saleh geholt, der selbst zehnmaliger Deutscher Meister im Kickboxen und Karate-Formenlauf ist. Der Gründer der Kampfsportschule Sharks Sindelfingen zeichnete gemeinsam mit 35 weiteren Helfern von der Sindelfinger Kampfsportschule im Glaspalast verantwortlich und war angetan von den Begebenheiten. „Der Glaspalast ist wirklich eine tolle Halle und ideal für eine solche Veranstaltung. Die WM war eine gute Werbung für Sindelfingen. Schließlich gingen rund 1500 Kämpfer aus 40 Nationen an den Start und alle wissen nun, wo Sindelfingen liegt“, so Tarek Al-Saleh.

Der Höhepunkt der Kämpfe folgte am Samstagabend. Acht K-1-Profikämpfer duellierten sich in der Gewichtsklasse bis 72,5 Kilogramm um zwei Tickets für das World-Grand-Prix-Finale. K-1 kombiniert vor allem Techniken aus dem Boxen, Karate, Muay Thai, Taekwondo, Kickboxen und Savate. Bis Mitternacht dauerten die Kämpfe vor rund 1200 Zuschauern im Glaspalast an und bildeten damit einen würdigen Abschluss der Amateur-Kickbox-WM des Verbandes Iska (International Sport Kickboxing Association). Auch das Schwergewicht-Duell zwischen Murat Aygün und dem Esslinger Athanasios Kasapis, das Aygün gewann, faszinierte die Zuschauer. Da juckte es auch Tarek Al-Saleh, wieder in den Ring zu steigen. „Das waren tolle Duelle. Fünf bis sechs Kämpfe möchte ich in diesem Jahr auf jeden Fall bestreiten“, sagte Tarek Al-Saleh.

Info

Mehr zur WM gibt es im Internet unter iska-germany.eu

Sieger Murat Aygün (links) und Athanasios Kasapis lieferten sich einen harten Kampf im Schwergewicht. Bild: Photo 5

Die drei Immobilien gehören zum großen Sanierungsgebiet „Marktplatz Sindelfingen“, für das die Stadt mit Fördergeldern bei der Sanierung der Tiefgarage oder der Reparatur der Technik in der Galerie der Stadt rechnet. Den Schlenker in die Planie und die Untere Burggasse hat das Planungsamt Ende 2014 vollzogen, weil die Straße nicht ihre Funktion als Gelenk zwischen Marktplatz und Altstadt erfülle.

Auf längere Sicht soll auf dem früheren Planie-Dreieck ein „hochwertiges Ensemble“ entstehen, das die Zugänge zur Altstadt „angemessen“ markiere. Das war 2014 die Begründung von Thomas Leonhardt, der mittlerweile das Baudezernat verlassen hat. Für die Zukunftsvision erntete Baubürgermeisterin Dr. Corinna Clemens vor eineinhalb Jahren viel Lob. Nach Auskunft von Rathaus-Pressesprecherin Nadine Izquierdo gebe es aber derzeit keine konkreten Pläne. Der Fachbereich stehe im Austausch mit den Anrainern.

Für den Sindelfinger Heimatforscher Klaus Philippscheck und den Renninger Architekten Volker Kittelberger hat die Situation um das Haus Planiestraße eins eine Schlüsselfunktion: „Hier liegt der Eingang zur Altstadt. Ein Verzicht auf eine Wiederbebauung hinterließe eine städtebaulich nicht gelöste Situation.“

Das Duo plädiert bei einer Wiederbebauung für einen „bunten Hund“ oder einen „Pfauen“, der nicht übersehen werden könne oder den Platz abschließe, so wie es am oberen Platzrand das ehemalige Rathaus, also die Galerie der Stadt erfülle. Volker Kittelberger hat schon einen Fantasie-Entwurf gezeichnet mit Arkaden im Erdgeschoss, Rundbogenfenstern in den Obergeschossen und einer Terrasse oben auf dem Turm mit seinem Ziegelmauerwerk, das an die früheren Ziegeleien an diesem Ort erinnern soll, bevor schließlich der Marktplatz angelegt wurde.

Inspirieren lassen sich Klaus Philippscheck und Volker Kittelberger von der Geschichte des südöstlichen Ecks der Altstadt. Das Haus Planie eins war direkt an die Stadtmauer gebaut und gehörte zu einem Ensemble von ehemals 17 Gebäuden, die in Sindelfingen „die Burg“ genannt wurden. Der Begriff taucht noch in Lageplänen aus dem 19. Jahrhundert auf, ebenso wie die Bezeichnung „Burgschultes“ für den Chef des Anwesens, das innerhalb der Altstadt mit Grenzsteinen vom restlichen Gebiet abgetrennt war.

Von einem durchgehenden Ensemble ist heute nicht mehr viel zu sehen. Im Gegenteil. Wer zwischen dem Abluftkamin aus Beton und dem leer stehenden Haus an der Planie in die Altstadt hinein geht, landet in einem Sammelsurium aus modernen technischen Bauten, tristen Fassaden und einer alten Miste. Erst nach einem Bogen um den ehemaligen Viehmarkt herum, der bei der Biennale 2015 von einer Goldberg-Schulklasse mit einem Wandbild markiert wurde, wird es interessant.

Das von den Wohnstätten aufwendig sanierte ehemalige Uhrmacherhaus öffnet den Weg zu den Fachwerk-Perlen in der Altstadt mit dem Alten Rathaus und dem Salzhaus. Das Ensemble ist bei der Biennale 2015 mit der Installation „Blau-Stadt“ des Koreaners Sang Yong Lee zum „bunten Hund“ geworden, wie es Klaus Philippscheck und Volker Kittelberger jetzt für die Planie erträumen. Aber die blauen Tücher gaben dem Alten Rathaus nur Farbe für einen einzigen Sommer.

Das Haus Planiestraße eins wurde von der Stadt erworben und soll abgebrochen werden. Noch gibt es keine konkreten Pläne, aber Klaus Philippscheck und Volker Kittelberger plädieren für eine Wiederbebauung, die Bezug auf das Altstadtviertel nimmt. Bild: P. Bausch