Aktuelle Veranstaltungen

Im August rockt Sindelfingen wieder auf dem Marktplatz.
Jeden Mittwoch von 18:00 bis 22:00 Uhr gibt es für Euch ausgesuchten Live-Rock zum Nulltarif.

 

 

03.08. Tribute Band Bigger Bang (Rolling Stones)

10.08. Tribute Band Kauf mich (Toten Hosen)

17.08. Tribute Band Purple Rising (Deep Purple)

24.08. Tribute Band Reckless Roses (Guns N´Roses)

31.08. Tribute Band Cocker Inspiration (Joe Cocker)

City Marketing Nachrichten

SZ/BZ Nachrichten

Für Ondrej Cink (Tschechien) ist das Mountainbike-Rennen am Schlusstag der Spiele (21. August) im Stadtbezirk Deodoro von Rio der zweite Auftritt bei Olympia. Vor vier Jahren in London fuhr der damals 21-Jährige auf Platz 14.

Gunn-Rita Dahle Flesjå (Norwegen) und José Hermida (Spanien) sind jeweils zum fünften Mal dabei. Ihre erfolgreichsten Spiele erlebten beide 2004 in Athen. Dahle-Flesj gewann bei den Frauen Gold und Hermida holte im Männerrennen Silber.

Als 22-Jährige begann die Norwegerin 1995 ihre Mountainbike-Karriere. Sie wurde auf Anhieb Landesmeisterin und für Olympia nominiert. 1996 belegte sie in Atlanta Platz acht. Vier Jahre später in Sydney war sie nicht dabei. Nach der Glanznummer von Athen kam sie in Peking und in London nicht ins Ziel.

Die Olympia-Serie von Hermida ist beeindruckend: Vierter in Sydney (2000), Zweiter in Athen, Zehnter in Peking und Vierter in London. Möglicherweise gab diese auch den Ausschlag für die Nominierung des 37-Jährigen für Rio. Die Kriterien der Spanier waren etwas schwammig. Bei der Weltmeisterschaft war José Hermida Elfter – als viertbester Spanier. Dennoch sprachen ihm die Funktionäre einen der drei Startplätze zu, nachdem sie auch die Ergebnisse der beiden letzten Weltcup-Rennen und der Landesmeisterschaften hinzugezogen hatten.

„Ich bin dankbar, stolz und zufrieden, dass ich in Rio de Janeiro nochmals antreten darf. Nun will ich mich mit einer starken Leistung von den Olympischen Spielen verabschieden und zeigen, dass ich zurecht nominiert wurde. Bis zum 21. August werde ich an meinen Schwächen beim Start arbeiten. Wenn das klappt, liegt eine Top-Ten-Platzierung sicher drin“, hofft Hermida, dass er das Rennen, an dem 50 Starter zugelassen sind, mitgestalten kann.

Geplant hatte Gunn-Rita Dahle-Flesjå für diese Saison zwei Höhepunkte. Der erste war nach 300 Metern schon keiner mehr. Ein unverschuldeter Sturz sorgte bei der Weltmeisterschaft in Nove Mesto (die SZ/BZ berichtete) für ein vorschnelles Aus. Seitdem konzentriert sie sich ganz auf das olympische Frauenrennen, das am vorletzten Tag der Spiele stattfindet.

„Ich bin sehr aufgeregt“, gesteht die 43-Jährige, „und freue mich auf die letzten Wochen, in denen alles darauf ausgerichtet ist, in Brasilien am 20. August ein starkes und gutes Rennen zu zeigen.“ Die zehnmalige Weltmeisterin und 29-malige Siegerin bei den Weltcuprennen will zeigen, dass sie längst noch nicht zum alten Eisen gehört, sondern immer noch ganz vorne mitfahren kann.

Mit seinem vierten Platz bei den Weltmeisterschaften vor heimischem Publikum in Nove Mesto und der Silbermedaille bei den tschechischen Meisterschaften nach einem spannenden Duell hinter Olympiasieger Jaroslav Kulhavy hat Ondrej Cink gezeigt, dass er nun endlich in die Saison gefunden hat, nachdem er sich im Frühjahr schwer tat.

Mit seinen Ambitionen hält der 25-Jährige und damit der jüngste im Magstadter Merida-Team nicht hinter dem Berg: „Ich fahre mit dem klaren Ziel nach Rio, um eine Olympia-Medaille mitzufahren. Ich will unter die ersten Drei.“

Der knapp fünf Kilometer lange Rundkurs im Mountainbike-Centre von Deodoro ist mit einigen Felsengärten gespickt und enthält damit Streckenabschnitte, wie sie heute auch bei den meisten Weltcuprennen üblich sind.

Da das Magstadter Trio bei Olympia nicht im Teamtrikot starten kann, sondern in den Farben der Nationalmannschaften antreten muss, werden Gunn-Rita Dahle-Flesjå, José Hermida und Ondrej Cink Mountainbikes mit einer auffälligen Sonderlackierung bekommen. Mit ihren merida-grünen Rädern sollen sie für die Zuschauer an der Strecke wie auch vor den Fernsehgeräten im Rennen leicht zu identifizieren sein.

Ondrej Cink: Das Ziel ist eine Medaille. Bild: Geiger

José Hermida hofft auf einen Platz unter den ersten Zehn. Bild: Geiger

Gunn-Rita Dahle-Flesjå hofft auf ihr zweites Edelmetall. Bild: Reichert

Man ist gewarnt, hat schon viel davon gehört und gelesen und doch ist auf einmal der Geldbeutel und die Handtasche weg. Auf der Bühne des Sparkassenforums, bei der Informationsveranstaltung der SZ/BZ zusammen mit dem Kreisseniorenrat, der Polizei und der Kreissparkasse, war alles nur ein Spiel, doch den Besuchern führten die Theaterleute Felix Beck und Allan Mathiasch drastisch und realistisch vor Augen, wie schnell man in den eigenen vier Wänden über den Tisch gezogen werden kann.

Der freundliche, gut angezogene Herr klingelt an der Haustür, gibt sich als Bekannter der Nachbarn aus und bittet darum, eine Nachricht hinterlassen zu dürfen. Sein rechter Unterarm liegt in einer Schlinge, er ist offensichtlich lädiert. Wer würde sich angesichts dieser Umstände nicht hilfsbereit zeigen und den Mann in die Wohnung bitten. Er kann angeblich nicht schreiben und bittet den Hausbewohner, seine Handynummer aufzuschreiben, um sie den Nachbarn in den Briefkasten zu werfen.

Diese Tour ist ein Klassiker der Trickdiebe, sagt Ralf Single von der Abteilung Prävention der Böblinger Polizei. Man will helfen, lässt einen fremden Menschen in die Wohnung und man merkt dabei gar nicht, dass sich gleichzeitig eine zweite Person in die Wohnung geschlichen hat. Man wird abgelenkt und so schafft es die zweite Person, unbemerkt zu bleiben und gleichzeitig Geldbeutel und Handtasche mitlaufen zu lassen.

Felix Beck und Allan Mathiasch haben diese Szene mit einer Person aus dem Publikum schon oft gespielt. Doch es sind nicht nur ihre schauspielerischen Fähigkeiten, die immer wieder dazu führen, dass sich ihre Mitspieler überrumpeln lassen. „Die Menschen wollen helfen, das ist auch gut so. Aber man sollte vorher schalten, wenn ein Fremder klingelt.“, sagt Allan Matiasch. Oder noch besser: „Die Türe bleibt zu.“ Man kann jemandem auch helfen, ohne ihn in die Wohnung zu lassen.

Mit ein bisschen Aufmerksamkeit lässt sich auch verhindern den Enkeltrick-Betrügern auf den Leim zu gehen. Die Anbahnung findet meistens über das Telefon statt. Die Trickbetrüger bauen Vertrauen auf und kommen so an Informationen, die sie ins weitere Gespräch einbauen können. „Durch einen Namen, den man sagt, ist für den Betrüger der Bann gebrochen“, weiß Felix Beck. Sie spielen in ihren Theaterstücken diese Szenen immer wieder nach und wollen durch ihre Verhaltensvorschläge erreichen, dass die Menschen schnell den Hörer auflegen, wenn die Informationen auf der anderen Seite des Hörers spärlich und widersprüchlich sind.

„Man darf es gar nicht so weit kommen lassen, dass man einem Fremden Geld aushändigt“, sagt Polizist Ralf Single, und fordert die „lebenserfahrenen Menschen“ auf, sich bei der Polizei, auch über den Notruf, zu melden, wenn ein Betrugsversuch gestartet wurde. „Scheuen Sie sich nicht, die Polizei zu informieren“, so Single.

Aufmerksam sind auch die Banken. Im vergangenen Jahr haben Mitarbeiter der Kreissparkasse verhindert, dass einem Betrüger nach der Enkeltrick-Masche ein größerer Geldbetrag ausgehändigt wurde. „Wenn uns etwas komisch vorkommt und wir nachfragen, ist das keine Neugier, sondern zum Schutz der Kunden“, sagt Silke Drehsen, die Leiterin der Sparkassen-Filiale am Böblinger Postplatz.

Info

Die nächsten Veranstaltungen des Kreisseniorenrats zum Enkeltrick mit Theater, Polizei und Bankenvertreter sind am 19. September um 15 Uhr in Weil der Stadt im Klösterle, am 14. Oktober um 15 Uhr in Waldenbuch im Forum der Oskar-Schwenk-Schule und am 9. November um 15 Uhr in Maichingen im Bürgerhaus. Im Internet gibt es auf der Homepage www.pfiffige-senioren.de Tipps gegen Trickdiebe und Trickbetrüger.

Die Schauspieler Felix Beck (links) und Allan Matiasch demonstrierten in ihrem Theaterstück hautnah, wie man leichtfertig einem Betrüger aufsitzen kann. Bild: Stampe, Montage: Buscemi

An David Graf hängt eine Menge. Eine ganze Sportart hofft darauf, dass der Sindelfinger in Rio zuschlägt. Der Boxsport schaut gespannt auf ihn und seine fünf Teamkollegen. Denn gibt es nach Peking und London zum dritten Mal in Folge keine olympische Medaille für die Deutschen, dann wird es duster. Dann rutscht das deutsche Boxen vom C- in den D-Kader. Die Folgen: „Weniger Geld, weniger Trainer, Einschnitte bei den Stützpunkten“, sagt Cheftrainer Harry Kappell. „Das wäre der Super-GAU“, redet Michael Müller, Sportdirektor beim Deutschen Boxverband (DBV), nicht um den heißen Brei herum.

David Graf ist einer der sechs Männer, die das verhindern sollen. Sein Coach aus Sindelfinger Zeiten, Thomas Kugler, ist optimistisch: „Ich traue ihm alles zu“, sagte er direkt nach der Olympia-Nominierung im SZ/BZ-Interview. Kugler hatte einst mit Uwe Sponholz und seinem VfL-Team im Boxzentrum im Freibad dem damaligen Eschenried-Realschüler alles beigebracht, um im Ring zu bestehen. Damals trug Graf noch den Namen Vahagn Sahakjan und sammelte Titel in den Jugendklassen.

Als Sahakjan in den Sauerland-Stall wechselte, nannte er sich David Graf. Nach der ersten Niederlage im elften Kampf kehrte er in die Profiabteilung des olympischen Box-Weltverbandes AIBA zurück und arbeitet seitdem wie besessen am olympischen Traum. „Der erste in der Trainingshalle, der letzte, der geht“, steht unter einem Foto, das er im sozialen Netzwerk veröffentlichte.

Der im armenischen Jerewan geborene David Graf streckt seine lange Gerade nach Edelmetall aus. Tatsächlich räumen die Fachleute dem gelernten Gärtner mit dem großen Kämpferherz echte Medaillenchancen ein. Das Problem bei der Sache nennt Harry Kappell: „Vahagn hat es in der 91-Kilo-Klasse am schwersten. Diese Klasse ist mit einer unglaublichen Qualität und Quantität besetzt.“

Trotzdem: Es ist ein Traum, der in Erfüllung gehen kann, vielleicht auch in Erfüllung gehen muss, sollte Boxen nicht an den äußersten Rand der Sportarten abrutschen. Standen in Athen 2004 zum letzten Mal deutsche Boxer auf dem Treppchen, so ist Gold noch viel länger her: Torsten May und Andreas Tews waren es 1992, die in Barcelona Titel holten. Das war bei den ersten Olympischen Sommerspielen nach der Wiedervereinigung, beide stammten noch aus dem heute komplett rasierten DDR-Boxsystem. 24 Jahre ist das her.

„Wir sind momentan nur noch sporadisch in der Weltspitze vertreten“, sagt Harry Kappell, der ein kleines, aber dennoch feines Team nach Rio schickt. Berechtigte Titelhoffnungen darf sich Artem Harutyunyan im Halbweltergewicht machen, 24-jähriger Stabsunteroffizier bei der Bundeswehr und wie Vahagn Sahakjan alias David Graf gebürtiger Armenier. Erik Pfeifer galt im Superschwergewicht bis zu seiner K-o.-Niederlage beim Chemiepokal in Halle im März als Goldkandidat. Dem Fliegengewichtler Hamza Touba bescheinigt Harry Kappell „immer wieder aufblitzende Weltklasse“, aber noch nicht genügend Beständigkeit. Arajik Marutjan im Weltergewicht und Serge Michel im Halbschwergewicht bewegen sich zwischen Geheimfavorit und Männern mit Außenseiterchancen.

David Graf jedenfalls ist bereit. Am Donnerstagvormittag schickte der 27-Jährige zwei Fotos mit lieben Grüßen an die Redaktion und die Leser der SZ/BZ. Zu dem Selfie kurz vor dem Abflug schreibt er: „Guten Morgen Freunde. Heute startet die Mission Olympia. In einigen Stunden fliege ich mit der Mannschaft los Richtung Brasilia, der Hauptstadt Brasiliens. Dort werde ich eine gute Woche verbringen, bevor es endgültig nach Rio geht. Ich hoffe und freue mich über eure Unterstützung, denn ihr wisst, ich schöpfe Kraft aus eurem Support.“

Das zweite Foto zeigt ihn am Flughafen in Brasilien: „Wir sind gesund und munter in Brasilia angekommen. Die Brasilianer haben uns sehr herzlich empfangen und uns in unser Hotel gebracht. Wir haben hier eine sehr gute Lage. Unser Hotel ist sehr groß und auf einem sehr hohen Standard.“ Jetzt geht es ans Eingemachte. Um die großen Sportlerträume eines Sindelfingers – und um die Zukunft des deutschen Boxsports. David Graf meint es ernst. Trainingsstart: 7 Uhr morgens. Seine Fans lässt er wissen: „Frühsport bei diesem Wetter und der tropischen Natur macht extrem viel Spaß. So kann man sich fokussieren.“ Noch gut eine Woche hat er Zeit, schlägt für ihn der olympische Gong.

Das letzte Selfie in Deutschland vor dem Abflug nach Brasilien. David Graf schreibt: „Ich hoffe auf eure Unterstützung und schöpfe Kraft aus eurem Support.“

Das erste Bild in Brasilien mit dem Fliegengewichtler Hamza Touba (links): „Wir sind gesund angekommen.“ Jetzt geht es ans Eingemachte. Bilder: z

Die Sanierungsarbeiten an den letzten vier von 17 Geothermie-Bohrungen in Böblingen liegen auf Eis. Die Firma Keller Grundbau tüftelt an komplett neuen Methoden. Bis es diese gibt und die Arbeiten weitergehen, wird es noch dauern. Jochen Weinbrecht vom Landratsamt wagt dazu keine Prognose. Klar ist für den Leiter des Wasserwirtschaftsamts: Bevor die Technik nicht wirklich funktioniert und dies durch viele Wiederholungen bewiesen ist, rücken die Experten nicht am Schliffkopfweg an. „Das Wasserwirtschaftsamt muss am Schluss das Risiko tragen und deshalb müssen wir auch die Erfolgschancen abwägen“, so Jochen Weinbrecht.

Was ist eigentlich passiert? Das Landratsamt lässt 17 Erdwärme-Bohrungen sanieren, die Schuld an den Erdhebungen zwischen dem Herdweg und der Stuttgarter Straße sind. Ein Gutachten für den nördlichen Bereich hat den Zusammenhang bewiesen. Im Süden steht zwar das Gutachten noch aus. Dass dieses ganz ähnlich ausfällt, bezweifelt aber kaum einer. Insgesamt geht es um Risse und andere Schäden im zweistelligen Millionenbereich.

Die letzten vier von 17 Bohrungen sollten eigentlich inzwischen auch saniert sein. Aber ein zähflüssiger Brei namens Thaumasit behindert die Arbeiten der Firma Keller im Schliffkopfweg (die SZ/BZ berichtete). In der Tiefe drückt die Masse gegen die Erdwärme-Rohre. Deshalb können die Experten den Raum zwischen dem Gestein und der Sonde nicht abdichten. So bleiben darf es da unten aber auch nicht.

Seit Anfang April entwickelt die Firma Keller nun Spezialwerkzeuge. Eine ganz neue Methode muss her. Aber das dauert. Solange ist die Baustelle im Schliffkopfweg abgebaut und die Sanierungsarbeiten stehen still.

In Renchen auf dem Betriebsgelände der Firma Keller herrscht alles andere als Stillstand. Die Fachleute haben einen Ansatz: Das Thaumasit soll durch offene, große Schlitze und ausgestanzte Löcher in das Sondenrohr gelangen und so aus dem Bohrloch gepumpt werden. Erst danach können die Arbeiter mit der Sanierung anfangen.

Beides ist eine Operation auf engstem Raum. Die Sondenrohre sind kaum drei Zentimeter breit und an vielen Stellen verengt. Noch dazu ragen sie 70 bis 80 Meter tief in die Erde. Um die breiige Masse aus der Tiefe zu holen, entwickeln die Experten neue Stanz- und Schneidewerkzeuge. Die erste Version hielt den schwierigen Umständen nicht stand. Jetzt haben die Experten ihre Werkzeuge überarbeitet.

Eine Variante ist eine Stanze, die eine sieben Millimeter kleine, kreisrunde Öffnung erzeugt. Nicht viel größer als der Nagel am kleinen Finger. Variante 2 ist ein Messer mit zwei Klingen, das eine Lasche aus dem Sondenrohr herausschneidet. Die dritte Methode ist ein Messer mit einer Klinge. Der Schlitz wird später durch einen Spreizer geöffnet. Die Fachleute testen ihre Werkzeuge an einem Rohr mit drei Zentimetern Durchmesser, das in einem 25 Meter tiefen Brunnen hängt.

Das Zwischenergebnis: Das Messer schafft 15 glatte, gute Schnitte à 30 Zentimeter auf dem Rohr. Die Stanze verpasst dem Rohr Löcher, aber nicht jedes ist auch wirklich offen, teilweise verhakt sich auch das Werkzeug in der Tiefe. Wichtig ist, dass sich beim Schneiden und Stanzen kein Grat an der Außenseite des Rohrs bildet, an dem die Masse hängen bleiben kann. Auch das zweite Sondenrohr sollte heil bleiben.

All das ist schon schwierig genug, aber die eigentliche Kunst, komme erst noch, so Jochen Weinbrecht: „Irgendwie muss das Thaumasit in das Rohr und hoch an die Oberfläche kommen.“ Dafür brauchen die Experten Druck. 25 Liter Wasser pro Minute. Nur wie bekommt man das Wasser an der gewollten Stelle aus dem Rohr, damit es die breiige Masse wiederum ins Rohr schiebt? „Man braucht einen Stopfen im Schlauch“, sagt Jochen Weinbrecht.

Das Wasser kommt am Stopfen nicht weiter und wird durch einen Schlitz nach außen in den Raum zwischen Sondenrohr und Bohrlochwand gedrückt. Dort schiebt es die Masse über den nächsten offenen Schlitz zurück ins Rohr und dann nach oben. So die Theorie. „Der passende Stopfen, die Experten sprechen von einem Minipacker, ist noch nicht entwickelt. Er muss ja erst klein sein, um durch das Rohr zu kommen, und dann groß werden, um das Rohr abzudichten“, sagt Jochen Weinbrecht. Über das Wasser im Bohrloch macht sich der Amtsleiter keine Sorgen: „Das kleine Risiko, dass ein paar Wassertröpfchen über bleiben, können wir locker in Kauf nehmen.“

Das Auspumpen testen die Experten an einer Erdwärme-Attrappe. Ein zwei Meter langes Plexiglas-Rohr stellt das Bohrloch dar. Drinnen befinden sich zwei Sondenrohre. Zwischen dem Plexiglas und den Rohren steckt eine breiige Masse. Für den Versuch besteht das Gemisch aus Steinmehl, Bentonit und Wasser. Je nach Konsistenz dauert das Auspumpen 15 bis 60 Minuten. Von 20 Litern breiiger Masse können die Fachleute bisher zwei Drittel entfernen.

Es kann noch Monate dauern, bis die Technik so weit ist, dass sie am Schliffkopfweg angewendet wird. Jochen Weinbrecht sieht keinen Grund zur Eile: „Wir wissen, dass die Erdhebungen immer langsamer werden.“ Ende Oktober sollen die nächsten Zahlen der Satellitenmessung vorliegen.

Mehr auf szbz.de

Die SZ/BZ hat zu den Böblinger Erdhebungen ein großes Infopaket geschnürt. Hintergrundgeschichten, Karten, Schaubilder und Videos gibt es auf der Seite www.szbz.de/zerreissprobe.de im Netz.

So testen die Experten ihre Werkzeuge und die neuen Techniken: Sie stellen die Situation in der Tiefe nach. Ein Plexiglasrohr dient als Bohrloch, darin befinden sich die Rohre der Erdwärmesonde und die breiige Masse, die die Sanierung behindert. Auf dem rechten Bild sieht man, wie viel Masse die Fachleute durch ihre Versuche aus dem Bohrloch entfernen konnten. Bilder: z

Mensa-Küche zerstört, Schaden wohl bis zu 100 000 Euro. Das ist die Bilanz des Feuers von Montagabend (die SZ/BZ berichtete). Es hätte aber alles noch viel schlimmer kommen können. Denn die Lage war überhaupt nicht klar, als die Flammen gegen 19.15 Uhr ausbrachen.

Die Feuerwehr wusste weder genau, ob noch Lehrer oder Schüler im Gebäude sind, noch, ob die Sporthalle der Gottlieb-Daimler-Schule 1 tatsächlich wieder komplett leer ist. Bis vor knapp einem Monat waren hier noch Flüchtlinge untergebracht. Die erste Meldung der Polizei hatte sogar „Küchenbrand Asylunterkunft Gottlieb-Daimler-Schule“ gelautet.

Vorne im Einsatzleitwagen waren Ralf Wintrup und Frank Schlaier die ersten Zugführer der Feuerwehr, die am Haupteingang in der Neckarstraße eintrafen. In der rauchgeschwängerten Empfangshalle zeichnete sich bald ein deutlicheres Bild ab. Der Brandherd lag in der Mensaküche, die Sporthalle war leer. Und die zweite Halle – die Sporthalle der benachbarten GDS2, in der immer noch Flüchtlinge untergebracht sind – lag ein ganzes Stück entfernt in einem Gebäudeteil, das mit der Mensa nicht verbunden ist.

Ralf Wintrup und Frank Schlaier fällten eine Entscheidung, die Schlimmeres verhinderte. „Die T30-Brandschutztür, die einem Feuer 30 Minuten standhalten kann, blieb zu. Sie beschlossen, das Feuer über zwei andere Wege anzugreifen. Das war genial, der Rauch griff so nicht in andere Gebäudeteile über“, sagt Rainer Just.

Inzwischen waren auch der zweite Löschzug der Sindelfinger Wehr und Unterstützung aus Maichingen vor Ort, dazu für die weitere Einsatzleitung und Koordination Rainer Just und Stadtbrandmeister Wolfgang Finkbeiner. Die Feuerwehrleute nahmen den Brand vom Nebeneingang und aus Richtung des kleinen Sportplatzes in die Zange. In der Mensaküche entwickelte sich eine so hohe Hitze, dass die Lichtkuppel schmolz und die Rauchsäule in den Himmel stieg. Tina Road kommentierte auf der SZ/BZ-Facebookseite: „Es riecht auch auf dem Goldberg furchtbar nach Rauch.“

Nach zehn Minuten hatte die Feuerwehr den Brand gelöscht. Technisches Hilfswerk und Hochbauamt kümmerten sich um die Einbruchsicherung und nagelten mit Spanplatten die von der Hitze zerborstenen Fenster zu. Die Statik des betroffenen Gebäudeabschnitts ist nicht beeinträchtigt. Die Kriminalpolizei versiegelte den Brandbereich, die Kriminaltechnik machte sich am Mittwoch, am letzten Schultag, auf die Suche nach der Brandursache. Am Nachmittag bekamen die Techniker vierbeinige Verstärkung durch einen Brandmittelspürhund. Am heutigen Donnerstag wird noch ein Sachverständiger hinzugezogen. Somit kann die Polizei laut Pressesprecherin Yvonne Schächtele vorerst noch keine Aussagen zur Ursache machen.

Die Feuerwehr rückte mit 50 Einsatzkräften auf zwölf Fahrzeugen aus, der Rettungsdienst war mit zehn Helfern und vier Einsatzfahrzeugen vor Ort.

So sah der Brand in der Gottlieb-Daimler-Schule von der Terrasse auf dem Dach des Sindelfinger Rathauses aus. Bild: Haar