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Mit einem Sieg am vergangenen Wochenende in Zimmern hätte Sindelfingen seine Ausgangsposition vor dem Hinrundenfinale verbessern können, doch der VfL musste beim Tabellenachten mit einem 0:0 zufrieden sein. Trainer Maik Schütt (Bild: Photo 5/A): „Die Punkteteilung ging in Ordnung. Auf einem schwer bespielbaren Platz standen wir in der Defensive gut. Zimmern war mal wieder ein Gegner, der sich gegen uns nicht hinten reinstellte und mutig nach vorne spielte.“

Doch zu einem Torerfolg kamen die Sindelfinger dennoch nicht. „Wir hätten bei eigenem Ballbesitz schneller in die freien Räume spielen müssen. Wir sind leider zu viel mit dem Ball gelaufen, gingen oft unnötig in Eins-gegen-eins-Situationen, obwohl wir das gar nicht mussten“, so Maik Schütt. Am Ende mussten sich Kapitän Daniel Kniesel und die anderen Feldspieler bei Torhüter David Kocyba bedanken, dass auch hinten die Null stand.

Gegen den Tabellenelften BSV Schwenningen erwartet den VfL eine ganz andere Partie. „Schwenningen wird gegen uns sicherlich nicht sein Heil in der Offensive suchen. Das bedeutet für uns, dass wir unsere Angriffsbemühungen vorne besser lösen müssen. Wir benötigen gegen solche Gegner Tempo, flüssiges Kombinationsspiel und vor allem das Direktspiel“, so der Sindelfinger Trainer.

Damit dieses Vorhaben auch in die Tat umgesetzt werden kann, wird die Begegnung auf dem Kunstrasen am Glaspalast ausgetragen. „Der Rasen im Floschenstadion ist ziemlich ramponiert“, sagt VfL-Spielleiter Siegfried Seider.

Ramponiert sollen Schütts Schützlinge nach dem Hinrunden-Finale auch nicht sein. „Mit viel Elan, Ideen und der nötigen Entschlossenheit werden wir den dichten Abwehrverband von Schwenningen am Samstag spielerisch überlisten“, so der Sindelfinger Trainer.

Da wäre dann auch dem TV Darmsheim geholfen. Der Aufsteiger liegt nur zwei Punkte hinter Schwenningen auf dem vorletzten Platz und könnte, bei einem eigenen Sieg gegen den SV Nehren Boden gutmachen.

Personell kann Maik Schütt aus den Vollen schöpfen, alle Spieler sind fit und damit hat der Coach die Qual der Wahl. Möglicherweise rückt auch Dennis Gonsior nach langer Zeit mal wieder in den Landesliga-Kader. In der vergangenen Woche betrieb der Routinier mit einem Treffer für die zweite Mannschaft Werbung in eigener Sache. Die 2:4-Niederlage gegen den VfB Effringen konnte Gonsior damit allerdings nicht verhindern.

Mit der Partie gegen Schwenningen ist das Fußballjahr für den VfL Sindelfingen aber noch nicht zu Ende. Am Samstag, 29. November geht es in der ersten Rückrundenbegegnung noch gegen die Spvgg Freudenstadt. Dann vermutlich wieder auf dem Kunstrasenplatz am Glaspalast.

Gegen Schwenningen im Vorwärtsgang: VfL-Kapitän Daniel Kniesel. Bild: Photo 5

Sindelfingen: Die Krisen in den Brennpunkten der Welt werden nicht kleiner, sie wachsen beinahe von Tag zu Tag. Genauso wie die Zahl der Flüchtlinge, die oft nicht mehr haben, als die Kleidung am Leib.

Auf Flucht vor der Terrorgruppe IS haben sich hunderttausende Syrer und Iraker in die Türkei geflüchtet. Dort campieren die verstörten und traumatisierten Flüchtlinge in Zelten ohne Heizung und fließendes Wasser. Und der Winter steht vor der Tür.

Die internationale Staatengemeinschaft ist gefordert, diesen Menschen zu helfen. Und diese Hilfe fängt vor unserer Haustür an. Um den Flüchtlingen zumindest ein Dach über den Kopf zu bieten, will der Landkreis die Sporthalle der Gottlieb-Daimler-Schule 2 für den Fall der Fälle herrichten. Leidtragende sind die Schulen, die dort ihren Sportunterricht abhalten und die Vereine, die dort trainieren. Dieses Opfer ist nichts im Vergleich zu dem Schicksal, das die Flüchtlinge die zu uns kommen, ertragen mussten.

Schon vor 25 Jahren diente die Sporthalle der Gottlieb-Daimler-Schule als erste Anlaufstelle für Flüchtlinge. Damals haben die DDR-Bürger ihrem Heimatland den Rücken gekehrt. Ihnen ist eine große Welle der Hilfsbereitschaft entgegengeschwappt.

Dies verdienen jetzt auch die Menschen, die vor Terror und Tod geflüchtet sind. Ihnen muss man mit dem gleichen Respekt wie den Landsleuten aus dem Osten begegnen. Diese Verpflichtung hat sich in den letzten 25 Jahren nicht geändert.

philipp.hamann@szbz.de

Von Philipp Hamann

„Jetzt müssen wir den Notfallplan konkret vorbereiten, um auf jeden Fall sicherzustellen, dass im Winter kein Flüchtling auf der Straße steht oder in einem Zelt übernachten muss“, sagt Landrat Roland Bernhard. Die Hoffnung, dass sich zur Unterbringung in der Turnhalle noch Alternativen ergeben, hat er noch nicht fallen lassen. „Wir suchen in allen Richtungen. Aber es wird zunehmend schwieriger Unterbringungsmöglichkeiten zu finden“, sagt Landratsamts-Sprecher Dusan Minic. Selbst für Wohncontainer sei der Markt in der Bundesrepublik weitgehend abgegrast. Selbst wenn man Container zur Verfügung habe, stelle sich anschließend die Frage, wo sie aufgestellt werden können.

Das Dilemma der Landkreis Verwaltung: Durch die Kriege und Gräuel im Irak, in Syrien oder auch Südsudan sind die Flüchtlingszahlen hierzulande drastisch gestiegen. Derzeit leben 708 Flüchtlinge in Unterkünften des Landkreises. Bis zum Jahresende rechnet die Kreisverwaltung mit 1000 Menschen, die untergebracht werden müssen. Bis Mitte nächsten Jahres sollen es noch einmal 500 mehr sein. Dusan Minic: „Es kommen zurzeit schneller Flüchtlinge, als wir Unterbringungsmöglichkeiten anbieten können.

Deshalb wurde im Landratsamt ein Krisenstab eingerichtet, in dem kurz- und langfristigen Lösungen zur Unterbringung gesucht werden. Falls sich bis zum Jahreswechsel keine Alternativen ergeben, muss die Sporthalle eben herhalten. „Dabei ist es nicht getan, nur Feldbetten hineinzustellen“, sagt Dusan Minic. So werden nun Wohn-Boxen für ein wenig Privatsphäre eingebaut, elektrische Anschlüsse gelegt, Sanitäreinrichtung vorbereitet. Das dauert rund sechs Wochen. Deshalb sind der Sportunterricht und die Nutzung für Vereine dann nicht mehr möglich. „Ich bedaure, dass die Vereine darunter leiden müssen. Wir nehmen mit den Vereinen Kontakt auf, die in der Halle der Gottlieb-Daimler-Schule 1 trainieren. Vielleicht kann die Halle je nach Sportart gemeinsam genutzt werden. Außerdem haben wir die Stadt Sindelfingen gebeten, die Vereine bei der Suche nach Ausweichmöglichkeiten zu unterstützen.“, so Bernhard.

In der Sporthalle werden 2015 wohl Flüchtlinge untergebracht. Bild: Jung

Für Dr. Ingrid Burgbacher-Krupka schließt sich ein Kreis. In ihrer Doktorarbeit „Strukturen zeitgenössischer Kunst“ von 1979 hat sich die Kunstwissenschaftlerin mit dem Begriff „Diese Kunst“ und der Rezeption der Werke von Beuys, Darboven, Flavin, Long und Walther auseinandergesetzt.

In Sindelfingen setzt Ingrid Burgbacher die Theorie in die Praxis um. Die Familie kauft das Haus Kurze Gasse 2, renoviert das Gebäude und taucht in die Stadt ein. Über einen Professor in Bochum entdeckt sie die „Gespenster von Sindelfingen“. Es ist ein Foto von David Douglas Duncan. Der Reporter, der später Pablo Picasso bis zu dessen Lebensende begleitete, hat in Sindelfingen einen 300-SL-Flügeltürer abgeholt und entdeckt in der Langen Straße sein Traum-Motiv. Das Foto mit dem roten Schatten wird im Band „Der passionierte Augenzeuge“ veröffentlicht, ist dort neben der Zonengrenze das einzige Bild aus Deutschland.

Für Ingrid Burgbacher ist dieses „bewegte Bild von rauschhafter Schönheit“ ein Symbol für ihre neue Heimat. „Die historische Verankerung der Stadt zu stützen war das eine Wichtige, das Andere, den weltoffenen Geist des neuen Sindelfingen in der alten Stadt nicht auszusperren“, schreibt sie im Buch „Mein Sindelfingen“, das der Röhm-Verlag zum Stadtjubiläum 2013 herausgebracht hat.

Das Täfele, wie Lawrence Weiners Worttafel „Broken off“ früher etwas spöttisch, heute aber eher liebevoll genannt wird, krempelt ihr Leben in Sindelfingen um. Nie zuvor und nie mehr danach erlebt die Stadt eine so heftige, vielschichtige und lange Diskussion über Kunst. Der Vorschlag des Konzeptkünstlers aus New York, der in allen großen Museen dieser Welt mit seinen Arbeiten vertreten ist, für eine Mauer-Nische am Salzhaus löst eine Debatte aus, die monatelang die Stadt und die Kulturseiten der SZ/BZ beherrscht. Im knapp 100-seitigen Buch „Öffentlich – Public Freehold“ hat Ingrid Burgbacher die Täfele-Geschichte dokumentiert, die im März 1989 zur Gründung des Vereins „Kunst und Projekte“ führt.

Die zum Teil heftigen Auseinandersetzungen halten Ingrid Burgbacher nicht davon ab, weiterzumachen im Ringen um zeitgenössische Kunst. 1993 greift wieder die Politik ein und lässt Katharina Sieverdings Fotoarbeit „Deutschland wird deutscher“ aus dem öffentlichen Raum entfernen. Kunst-Vermittlung ist ein hartes Brot in Sindelfingen, aber langsam geht die Saat auf.

„Kunst und Projekte“ holt Thomas Ruff oder Hanne Darboven nach Sindelfingen, entdeckt in der Stadt junge Künstler wie Gianni Caravaggio oder Tino Sehgal, der 2014 den Goldenen Löwen bei der Biennale in Venedig bekommt. Ingrid Burgbacher baut ihr Netzwerk aus, entdeckt in der Bundeshauptstadt Johannes Wald, der in der Kurzen Gasse aufgewachsen ist, und bekommt aus China ein Werk von Ai Weiwei für die Galerie der Stadt Sindelfingen.

Die Ausstellung „Diese Kunst – Generation Apps“ ist eine Bilanz nach 25 Jahren Ausstellungsarbeit. Wie die Schau mit einer neuen Arbeit von Lawrence Weiner bei der Vernissage heute Abend um 19 Uhr tatsächlich aussieht, hat sich wahrscheinlich erst in den frühen Morgenstunden entschieden. Am Donnerstagabend haben sich Ingrid Burgbacher, Galerie-Techniker Ralf Mezödi, Ines Baumann-Hauser und Konrad Burgbacher in der Ausstellung aus Corbeil-Essonnes (siehe unten) eine Verschnaufpause gegönnt, bevor sie zum Beispiel mit Tomás Saracenos Netzwerken zum vorerst letzten Mal in der Galerie der Stadt Sindelfingen in neue Welten entschwinden.

Schon 1979 hat sich die Kunstwissenschaftlerin auf ihren Mann gestützt: „Das begleitende Interesse von Konrad Burgbacher, sein Bemühen die Diskussion fortzusetzen, wenn sie mit zu entgleiten drohte, haben diese Arbeit für mich besonders wertvoll gemacht“, heißt es in der Danksagung der Doktorarbeit.

Die Kunstwissenschaftlerin Dr. Ingrid Burgbacher-Krupka hat Sindelfingen in den letzten 25 Jahren Weltkunst beschert und Dutzende von Talenten entdeckt. Bild: Stampe

Lawrence Weiners Worttafel „Broken off“ (Mitte) ist der Ausgangspunkt. Wiederentdeckt für Sindelfingen ist das Foto von David Douglas Duncan aus den 1950er Jahren (rechts), wiederbelebt die Fluxus-Bewegung. Ben Patterson, der 2005 die SZ/BZ in der Galerie fliegen ließ (links), eröffnet heute eine Ausstellung in Blois. Bilder: Stampe/A (1), Daimler-Archiv

„Bei uns heißt das große Thema Kassensturz“, sagte Christian Gangl. Die Projektkosten laufen davon, was auch mit Planänderungen zu tun habe. Beispielsweise wirke sich aus, dass die neuen Plätze am Maichinger Allmendstadion jetzt anders als ursprünglich vorgesehen angeordnet werden. Auch die Hochbauten im Allmend sollen anders ausfallen (die SZ/BZ berichtete). Christian Gangl: „Früher hieß es, das alte Gebäude sanieren und ein kleines, neues bauen. Jetzt soll das alte weg und dafür ein größeres, neues kommen.“

Insgesamt „steigen die Gesamtkosten so deutlich nach oben, dass wir alles noch einmal genau anschauen müssen. Das gilt auch vor dem Hintergrund, dass die Haushaltserwartungen nicht ganz so üppig sind“, sagte Christian Gangl. Dies führe zu zwei möglichen Konsequenzen: Die eine sei, nach Einsparmöglichkeiten innerhalb der bisherigen Konzeption zu suchen. Die andere: Jetzt kommt die Sanierung des Floschenstadions wieder ins Spiel.

Christian Gangl spricht hier bewusst von Sanierung und nicht von Neubau: „Aus Emmissionsgründen könnten wir einen Neubau hier wohl nicht durchbringen.“ Soll heißen: Bei einer Stadionsanierung bestünde Bestandschutz, beim Neubau hätten Anwohner gute Chancen Recht zu bekommen, wenn sie sich gegen den Lärm der Sportler und Zuschauer wehren. „Ein neues Stadion bekommt man direkt an der Wohnbebauung kaum hin.“

Ob eine Sanierung trotz des Grundsatzbeschlusses überhaupt noch möglich ist, will die Stadt jetzt juristisch prüfen. Sollte das der Fall sein und die Überlegungen in diese Richtung gehen, „werden wir erst die Vereine informieren, bevor wir in die politischen Gremien gehen“, sagte Christian Gangl.

Der Stein war ins Rollen gekommen, nachdem die Stadt den Sportausschuss am Dienstag kurzfristig abgesagt hatte. Die Sindelfinger Sportfamilie hatte die versprochenen Antworten auf zahlreiche, offene Fragen erwartet und bekam wieder einmal einen Korb. Der stellvertretende Abteilungsleiter der VfL-Leichtathleten, Dieter Locher, wandte sich per Mail an die Fußballer und die Sindelfinger Gemeinderatsfraktionen: „Kann man überhaupt noch an irgendwelche Planungsvorgaben glauben?“

Konkret hätte er sich Aussagen zum Stand der Sportstätten gewünscht. Dieter Locher: „Gibt es keine neuen Infos? Wurde überhaupt etwas gemacht? Nach ziemlich genau einem Jahr seit der feierlichen Schlüsselübergabe im Allmend ist zumindest sichtbar nichts passiert.“ Die offenen Fragen reichen von den Nebenanlagen über das Betreibermodell und die Radwege bis zum Zeitplan für die Verlegung der Hochspannungsleitung an der Sportwelt. Dieter Locher: „Die Geduld weicht der Enttäuschung und dem Frust.“

Markus Graßmann, Abteilungsleiter der Sindelfinger Leichtathleten, musste sich gestern erst einmal setzen, als er telefonisch von der SZ/BZ über die Kehrtwende im Rathaus informiert wurde. „Das Floschenstadion war immer unsere sportliche Heimat. Nur mit großer Mühe haben wir dem Kompromiss und dem Umzug nach Maichingen zugestimmt. Dazu stehen wir auch weiter“, so Graßmann. Der Sindelfinger Leichtathletik-Chef fordert die Stadtverwaltung auf, möglichst schnell zu prüfen, ob es für das Floschenstadion eine tragfähige Lösung geben kann.

Wolfgang Herzog, stellvertretender Abteilungsleiter der VfL-Fußballer, steht dem Vorhaben der Stadt offen entgegen. „Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man erst prüfen sollte, wie die Sanierung aussehen wird, um sich ein endgültiges Urteil zu erlauben.“ Dennoch können sich auch die Kicker möglicherweise ihre Zukunft im Floschenstadion vorstellen. „Wenn die fußballerischen Belange berücksichtigt werden, sagen wir zu der Sanierung ja.“

(Siehe Kommentar, Seite 9)

Bekommt das Sindelfinger Floschenstadion jetzt doch eine Verlängerung? Die Zeichen deuten darauf hin. Bild: Müller