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Schlemmermarkt

Von 31. Juli bis 02. August dreht sich auf dem Marktplatz alles um die kulinarischen Genüsse. Die örtlichen Gastronomen werden sich auch in diesem Jahr wieder mächtig ins Zeug legen, um die Besucher zu verwöhnen. Und auch das Rahmenprogramm sorgt für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Los geht’s am Freitag, 01. August, ab 17 Uhr.

City Marketing Nachrichten

SZ/BZ Nachrichten

Vor neun Monaten ist er aus Somalia geflüchtet. Im Auto ging’s über Äthiopien und den Sudan nach Libyen, mit dem Boot übers Mittelmeer nach Italien und weiter nach Deutschland. Nach drei Monaten in der Erstaufnahmeeinrichtung in Karlsruhe lebt Muhamed Kader jetzt in der Sindelfinger Nüßstraße als einer von derzeit 143 Flüchtlingen, die in der Gemeinschaftsunterkunft eine Bleibe gefunden haben.

Das kleine Zimmer im ersten Stock des ehemaligen Labors teilt er sich mit drei weiteren Flüchtlingen aus Somalia. Als Nächstes will der 28-Jährige am liebsten Deutsch lernen. „Wir verstehen sonst keinen hier“, sagt er.

Ganz so schlimm ist es freilich nicht. Dr. Bernd Vöhringer begrüßt den Flüchtling und fragt ihn auf Englisch, wann er hier angekommen sei. Der Sindelfinger Oberbürgermeister hat sich mit Landrat Roland Bernhard über Mittag Zeit genommen, um die Gemeinschaftsunterkunft im einstigen Labor in der Nüßstraße 5 zu besuchen. Vor drei Wochen sind hier die ersten Flüchtlinge eingezogen. 143 aus Somalia, Eritrea, dem Kosovo, Afghanistan und Sri Lanka leben derzeit hier. Demnächst soll das Haus mit seinen Zwei- bis Acht-Bett-Zimmern mit 150 Menschen voll belegt sein.

„Die Leute untereinander kommen sehr gut miteinander klar“, sagt Leonita Laski. Mit der Unterkunft seien die Flüchtlinge in der Regel sehr zufrieden, sagt die Sozialbetreuerin. Beschwerden kämen meist nur am Anfang, weil etwa Bäder nicht auf den Zimmern seien. Nach dem ersten Tag würden sich die Menschen aber zurechtfinden.

Mit einem Versammlungsraum, der sogar separaten Zugang hat und der demnächst für Grundschulunterricht vormittags und Sprachunterricht am Nachmittag genutzt werden soll, dazu Küchen mit vier Kochplatten in jedem Gebäudeflügel und Waschbecken in fast jedem Zimmer macht die Nüßstraße rein optisch einen ordentlichen Eindruck.

Den Status einer Notunterbringung hat dagegen lediglich die Turnhalle der Gottlieb-Daimler-Schule 2, die der Landrat und der OB zuvor inspiziert hatten. In der in drei Drittel aufgeteilten Halle ist es heiß. Die Drittel sind nochmals unterteilt in Abteilungen mit nach oben offenen Zimmern für zwei bis fünf Personen. Statt der ab 2016 verpflichtenden sieben Quadratmeter Wohnfläche wird hier jeder nur 4,5 Quadratmeter haben. Und im Gebäude wird es aus Brandschutzgründen keine Küchen geben – Kochmöglichkeiten sind eigentlich Standard bei den Flüchtlingsheimen im Kreis.

„Der Knopf ist gedrückt“, sagt Landrat Roland Bernhard. Ab Mitte August, bevor der Schulbetrieb wieder startet, werden hier die ersten Flüchtlinge untergebracht. 110 sollen es werden. Eigentlich habe das Landratsamt verhindern wollen, dass die Turnhalle als Unterkunft genutzt werden muss, sagt er. Aber mit 250 statt den noch vor Kurzem prognostizierten 120 Flüchtlingen, die der Kreis zusätzlich unterbringen müsse, werde nun die Halle doch genutzt. Mit knapp 60 000 in Baden-Württemberg erwarteten Flüchtlingen liege die Zahl noch über der Hochphase Anfang der 1990er Jahre.

Roland Bernhard nutzt die Besichtigung für zwei klare Ansagen. Erstens: „Die vorläufige Unterbringung muss fokussiert werden auf Menschen auf der Flucht. Dann bleibt auch die Willkommenskultur erhalten.“ So fordert er, dass Menschen, die aus sicheren Herkunftsländern ohne Aussicht auf ein Bleiberecht kämen, gar nicht auf die Kreise verteilt werden dürften sondern in den Erstaufnahmeeinrichtungen wie Karlsruhe bis zur ihrer Rückführung verbleiben müssten. Bernhard fordert auch mehr Richter zur Abwicklung beschleunigter Asylverfahren. „Wir sind im Hamsterrad“, beschreibt er die Unterbringungssituation auf Kreisebene.

Zweitens sagt Bernhard: „Ich habe an alle Oberbürgermeister und Bürgermeister geschrieben, um zu verhindern, dass wir solche Lösungen brauchen.“ Von 26 Kommunen würden bislang nur neun sich an der vorläufigen Unterbringung beteiligen. „Wer noch nicht Standort ist, muss jetzt auch mal in die Bütt.“ Mit Beginn der Sommerpause werde das Landratsamt auf alle Kreisgemeinden mit über 9000 Einwohnern zugehen, um Unterbringungsmöglichkeiten zu sondieren. Beispielsweise sei ja auch wieder Unterbringung am Rand von Gewerbegebieten möglich. Bernhard: „Da muss ein Ruck durch den Kreis gehen.“ Andere Sporthallen habe man sich auch bereits angeguckt.

„Es ist eine große gesellschaftliche Herausforderung, der sich alle stellen müssen“, sagt OB Dr. Bernd Vöhringer. „Für uns als Stadt ist die Unterstützung selbstverständlich.“

Ja, es sei gut in Deutschland und das Leben in der Unterkunft in der Nüßstraße angenehm, sagt Muhamed Kader. Nicht nur für sich, auch für seine Zimmergenossen formuliert er einen Wunsch: Sie wollen in Deutschland heimisch werden.

Angekommen in der Fremde: der Somalier Muhamad Kader mit Landrat Roland Bernhard und Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer im Flüchtlingsheim in der Nüßstraße (von links). Bild: Heiden

Der im Landratsamt zuständige Bereichsleiter Flüchtlinge begleitete Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer und Landrat Roland Bernhard bei einer Besichtigung der Schulturnhalle sowie der Gemeinschaftsunterkunft in der Nüßstraße. Hier, in dem ehemaligen Labor, sind vor drei Wochen die ersten Flüchtlinge angekommen. Nun sind die drei oberen Stockwerke bereits mit 143 Flüchtlingen aus dem Kosovo, aus Sri Lanka, Afghanistan, Somalia und Eritrea belegt.

In der für 110 Menschen ausgelegten, in drei Abschnitte mit verschieden großen Wohnkabinen ausgestatteten Turnhalle der Gottlieb-Daimler-Schule sollen ab Mitte August die ersten Flüchtlinge einziehen. Mit „planbarem Modus“ grenzt Jochen Hirneise die Unterbringungssituation ab gegen chaotische Verhältnisse wie bei Naturkatastrophen. Dennoch wollte der Landkreis die Belegung der Turnhalle eigentlich vermeiden. „Es ist aus der Not geboren“, sagt Landrat Bernhard. Denn der Kreis müsse noch knapp 250 Flüchtlinge vorläufig unterbringen. Vor Kurzem wären die Prognosen von lediglich 120 ausgegangen. „Das ist eine Herkules-Aufgabe“, so der Landrat.

Besuche wie diese gehören auch zur Strategie, die Sindelfingen ergreift, um mit dem Flüchtlingsthema umzugehen. Bürgerinfoabende zur Rappenbaumschule Dagersheim/Darmsheim oder Ende April in der Stadthalle, wo unter anderem das Hotel Ritter als neuer Standort kommuniziert wurde, sollen Verständnis schaffen. Am 11. Juni lag der Flyer „Willkommen in Sindelfingen“ in den Briefkästen, in dem Dr. Bernd Vöhringer das Bekenntnis zur Verantwortung der Stadt unterschreibt, Flüchtlinge aufzunehmen: „Im Jubiläumsjahr sind wir alle näher zusammengerückt. Lassen Sie uns erneut zusammenrücken und die Menschen, die in Not zu uns kommen, willkommen heißen.“

In der Wurfsendung stehen neben Hintergrundinformationen zur Flucht aus der Not und dem Weg nach Deutschland Kontaktadressen zu Kleiderkammer, Möbelhalle, Diakonie-Laden oder Verschenkmarkt, wenn es um Sachspenden geht, oder falls Interesse für ehrenamtliche Arbeit geht. Zum Beispiel, um Begegnungen zu ermöglichen oder Arzt- und Behördengänge zu begleiten.

Genau für diese Zwecke hatte sich vor einem Jahr der Arbeitskreis gegründet. Deren Sprecher, Dr. Martin Frank, hatte am Dienstagabend im Jugend- und Sozialausschuss des Sindelfinger Gemeinderats an die ersten Tage erinnert: „Zu den schrecklichen Bildern im Fernsehen, die von den Schicksalen der Menschen erzählten, kam der Unmut aus der Nachbarschaft künftiger Unterbringungen. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich der Arbeitskreis Asyl.“ Daraus habe sich von „unheimlich vielen Bürgern ein sehr großes Engagement“ entwickelt, das „bis heute angehalten hat“.

Derzeit stehen 150 Menschen auf der Adressliste. Sie kümmern sich in Arbeitsgruppen um Themen wie Sprache, Kinder und Jugendliche oder übernehmen Patenschaften. Manche helfen, Wohnungen zu streichen oder ein paar Möbel zu bewegen und helfen bei Arzt und Behördengängen. „Behördengänge sind schon für Normalbürger große Herausforderungen. Für Flüchtlinge sind diese Hindernisse ohne Hilfe kaum zu bewältigen“, sagt Andreas Arndt vom Arbeitskreis Asyl.

Da die Zahl der Flüchtlinge, die künftig auch Kinder in Schulen oder Kindertagesstätten anmelden oder Anträge stellen müssen, die Kontakt suchen und die Sprache lernen wollen aber weiter steigt, braucht auch der Arbeitskreis noch mehr Unterstützung. Zuletzt ist daraus ein Verein geworden, damit Spenden angenommen und Projekte gestemmt werden können. Dr. Martin Frank: „Wir sind als Zivilgesellschaft unabkömmlich geworden.“

Die aktuelle Situation: In der Rappenbaumschule sind die 100 Plätze besetzt. Dort sind Zuwanderer bis Juli 2016 untergebracht, anschließend möchte Darmsheim seine Grundschule als Ganztagsschule in die Rappenbaumschule verlegen. Die Stadt hat einen Ersatz für die Rappenbaumschule noch nicht gefunden, fasst aber die Eschenriedschule ins Visier, deren Schüler in die umgebaute Klostergartenschule umziehen.

Weitere Plätze gibt es in der Nüßstraße, dazu stehen für August gut 100 Plätze für die Sporthalle der Gottlieb-Daimler-Schule und 140 im Hotel Ritter im Plan. Wann die jeweils 50 Plätze im Hotel Panda in Darmsheim und in der Magstadter Straße in Maichingen bezogen werden, ist offen. Insgesamt macht das künftig 590 Plätze.

Bereits heute liegt die Stadt im kreisweiten Vergleich vorne, was die Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften betrifft. 343 Plätze sind es in Sindelfingen, 230 in Böblingen, 216 in Herrenberg und 204 in Leonberg. Weitere Plätze gibt es derzeit in Renningen (153), Gäufelden (97), Holzgerlingen (57), Bondorf (48) und Aidlingen (40).

Info

Weitere Informationen gibt es unter www.ak-asyl-sindelfingen.de im Internet. Hier gibt es unter anderem Hinweise dazu, wie man selbst helfen kann.

Landrat Roland Bernhard, Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer, Jochen Hirneise, Rektorin Karin Bieber-Machner und Konrektor Tobias Kling in der Sporthalle der Gottlieb-Daimler-Schule 2 in Sindelfingen. In einem Monat ziehen hier die ersten Flüchtlinge ein. Bild: Heiden

Damit macht der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im kommenden Jahr deutlich, wo er Wählerpotenzial sieht: Bei den Baden-Württembergern mit türkischen Wurzeln. Und indem Dr. Nils Schmid während des islamischen Fastenmonats Ramadan durchs Ländle reist und in verschiedenen Moscheen am Fastenbrechen teilnimmt, etwa in Sindelfingen, Karlsruhe und Pforzheim, macht der SPD-Politiker noch etwas anderes deutlich: Der Wahlkampf hat begonnen - zumindest inoffiziell.

Im Jahr 2010 hatte Nils Schmid die Sindelfinger Ulu-Camii-Moschee schon einmal besucht. Der Besuch habe ihm so gut gefallen, dass die Initiative, in diesem Jahr zum Fastenbrechen wieder zur Sindelfinger Moschee zu kommen, von Nils Schmid selbst ausgegangen sei, erzählt der SPD-Landtagsabgeordnete Florian Wahl.

Seine Grußworte in Sindelfingen spricht Nils Schmid zunächst in türkisch und erntet damit großen Beifall in dem Zelt, dass während des Ramadans eigens für das Fastenbrechen vor der Moschee aufgestellt wurde. Nils Schmids Ehefrau Tülay hat türkische Wurzeln, und seine enge persönliche Verbundenheit zur türkischen Kultur hatte der Wirtschaftsminister in der Vergangenheit immer wieder betont.

Die Muslime seien mit ihrer Religion Teil unserer Gesellschaft geworden, so Nils Schmid in seinen Grußworten. Das Fastenbrechen während des Ramadans sei eine Gelegenheit der Begegnung, auch zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, so der Minister weiter: „Deswegen freue ich mich, dass die Muslime in Baden-Württemberg ihre Religion ausüben können.“

Vom 18. Juni bis zum 16. Juli dauert der diesjährige Fastenmonat des Islam, der Ramadan. Während dieser Zeit ist es gläubigen Muslims verboten, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang Mahlzeiten oder Getränke zu sich zu nehmen. Das Fastenbrechen direkt nach Sonnenuntergang wird während des Ramadan gemeinsam gefeiert. Zu diesem Zweck hat der Trägerverein der Sindelfinger Ulu-Camii-Moschee in diesem Jahr ein großes Zelt vor dem Gebetshaus aufgestellt: Bis zu 400 Menschen begehen dort derzeit täglich das gemeinsame Fastenbrechen.

Hoher Besuch in der Moschee (von links): Dr. Nils Schmid, Ergün Lümali (Betriebsratsvorsitzender des Sindelfinger Mercedes-Werks), Zeki Tekin (Vorsitzender des Trägervereins der Ulu-Camii-Moschee). Bild: Staber

Das Biennale-Eis gibt es schon im Eiscafé Venedig an der Ziegelstraße. Jetzt kommt für das Kulturfestival in Sindelfingen noch eine Pizza dazu, die das Farbenspiel der Biennale aufnimmt. Das Restaurant „Tris“ am Wettbachplatz setzt mit Spinat, Auberginen, Paprika, Peperoni, Kirschtomaten und Käse auf Buntes und verzichtet auf Fleisch. „Bei uns im Team sind wahrscheinlich 50 Prozent Vegetarier“, sagt Milenko Milojevic (links), der sich für die Kommunikationsgruppe der Biennale die Pizza mit den Köchen des Hauses ausgedacht hat. Auf unserem Bild von links Salvatore Milazzo und Tonino Di Nella vom „Tris“ mit Frank Martin Widmaier, dem künstlerischen Leiter der Biennale. – peb –/Bild: Biennale/z

Im Interview sprechen Rektor Hans Grau und Konrektorin Astrid Karbach von der Realschule Eschenried/Klostergarten über die aktuellen Herausforderungen.

Bei all den Nachrichten über die neue Schulform Gemeinschaftsschule entsteht der Eindruck, die Realschulen kämen zu kurz. Können Sie diesen Eindruck bestätigen? Sterben die Realschulen aus?

Astrid Karbach: „In der Versorgung mit Lehrerstunden kommen die Realschulen tatsächlich zu kurz. Da sind die Gemeinschaftsschulen besser versorgt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es zu einem ‘Sterben’ der Realschulen kommt. Dafür haben die Realschulen einen zu guten Stand und eine zu hohe Akzeptanz in der Arbeitswelt und in der Bevölkerung.“

Förderung der Sprache ist das Wichtigste

Hans Grau: „Nein, aussterben werden die Realschulen sicher nicht, das kann sich Baden-Württemberg gar nicht leisten. Wir fordern aber gerechte Versorgung – entsprechend der Versorgung der Gemeinschaftsschulen und der Gymnasien.“

Vor welchen Herausforderungen stehen die Realschulen im Moment?

Hans Grau: „Größte Herausforderung ist sicher der Umgang mit der Heterogenität der Schüler. In den Kernfächern fordern wir Differenzierungsmöglichkeiten.“

Astrid Karbach: „Durch den Wegfall der Grundschulempfehlung sind die Lerngruppen zunehmend heterogen. Das macht sich in allen Fächern bemerkbar, besonders aber in den Hauptfächern. Sehr unterschiedliche Lerntypen und Lerntempos müssen berücksichtigt und gefördert oder gefordert werden.“

Gibt es an der Realschule Eschenried/Klostergarten eine besondere Situation?

Hans Grau: Durch den hohen Migrantenanteil ist es insbesondere nötig, die Schülerinnen und Schüler sprachlich zu fördern. Wir ‘produzieren’ aber seit vielen, vielen Jahren Abschlüsse, die anderen Schulen in Nichts nachstehen und leisten damit erfolgreiche Integrationsarbeit.“

Astrid Karbach: „Die Förderung der Sprachkenntnisse ist das Wichtigste, wobei wir damit nicht nur auf die Fremdsprache Englisch abzielen, sondern vielmehr auf die deutsche Sprache, die eine zentrale Rolle spielt.“

In aller Munde sind individuelle Förderung und Inklusion. Gibt es bei Ihnen ein Konzept, wie individuelle Förderung trotz Klassen mit bis zu 30 Schülern gelingen kann?

Hans Grau: „Wir haben ein gut durchdachtes Konzept zur individuellen Förderung. Zusätzlich gibt es Unterstützung durch EDV-Angebote. Trotzdem: Wir wollen noch besser werden und arbeiten daran.“

Astrid Karbach: „Und um noch besser zu werden, setzen wir unser neues Konzept, das wir hierzu erarbeitet und getestet haben, ab September 2015 für die gesamte Schule um. Das Konzept sieht eine individuelle Förderung der Klassen 5 bis 9 in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch vor, unterstützt von einem Online-Testverfahren. Die Schüler durchlaufen Tests, erhalten entsprechend der Ergebnisse individuelle, auf sie zugeschnittene Fördermappen, die dann bearbeitet werden. Anschließend erfolgt ein weiterer Test, der den Lernfortschritt der Schüler erfasst. Die Ergebnisse werden Schülern und Eltern dann natürlich auch mitgeteilt.“

Haben Sie schon Erfahrung in Sachen Inklusion?

Astrid Karbach: „Bisher haben wir noch keine Erfahrung mit inklusiven Gruppen. Aber durch den Austausch mit anderen Schulen wissen wir, dass dies nur mit Kooperationen zu leisten ist. Die Schulen brauchen hierzu qualifizierte Hilfen.“

Welche Tipps haben Sie für Eltern und Schüler, die nach der passenden weiterführenden Schule suchen?

Hans Grau: „Eltern sollten auf die Grundschulempfehlung vertrauen. Sie sollten den Schaden bedenken, der durch Überforderung bei den Kindern angerichtet wird.“

Astrid Karbach: „Genau, denn auch wenn die Grundschulempfehlung nicht mehr verbindlich ist, so bleibt sie nach wie vor eine qualifizierte Einschätzung. Dies komplett zu ignorieren, tut den Kindern selten gut.“

*Farina Eden ist Lehrerin an der Realschule Eschenried/Klostergarten und kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit der Schule.

Konrektorin Astrid Karbach und Rektor Hans Grau von der Sindelfinger Realschule Eschenried/Klostergarten fordern von der Politik eine gerechte Versorgung der Realschulen mit Lehrerstunden. Bild: z