Aktuelle Veranstaltungen

Im August rockt Sindelfingen wieder auf dem Marktplatz.
Jeden Mittwoch von 18:00 bis 22:00 Uhr gibt es für Euch ausgesuchten Live-Rock zum Nulltarif.

 

 

03.08. Tribute Band Bigger Bang (Rolling Stones)

10.08. Tribute Band Kauf mich (Toten Hosen)

17.08. Tribute Band Purple Rising (Deep Purple)

24.08. Tribute Band Reckless Roses (Guns N´Roses)

31.08. Tribute Band Cocker Inspiration (Joe Cocker)

City Marketing Nachrichten

SZ/BZ Nachrichten

Bei der Daimler AG bleibt man der Marke Maybach doch treu. Nachdem 2012 mit den Maybach-Modellen 57 und 62 erst einmal Schluss war, findet die Marke Maybach als Variante der Mercedes-S-Klasse wieder Gefallen – vor allem auf dem chinesischen Markt. Derzeit verlassen jeden Monat mehrere hundert Fahrzeuge des S-Klasse Maybach die Sindelfinger Hallen zur Verschiffung in Bremerhaven nach China.

Immer im August trifft sich in Pebble Beach in Kalifornien die weltweite Oldtimer-Fangemeinde zu einem Schönheitswettbewerb der ganz besonderen Art. Das Gipfeltreffen der edelsten klassischen Automobile war der ideale Premierenort für den Vision Mercedes-Maybach 6. Der 2+2-Sitzer ist aus Sicht von Mercedes-Benz „eine Hommage an die glorreiche Zeit der Aero-Coupés und überführt diese Tradition selbstbewusst in die Zukunft.“

Der fast sechs Meter lange Mercedes-Maybach 6 ist als Elektroauto konzipiert. Die Leistung des Antriebs beträgt 750 PS. Der flache Akku im Unterboden ermöglicht eine Reichweite von über 500 Kilometern. Das bringt nach Angaben von Mercedes neben sportwagentypischen Fahrleistungen wie die Beschleunigung von 0-100 km/h unter vier Sekunden, eine Höchstgeschwindigkeit, die bei 250 km/h elektronisch abgeregelt wird.

Zukunftsorientiert ist die Schnell-Ladefunktion: Durch Gleichstromladen ermöglicht das System Ladeleistungen bis zu 350 kW. „In nur fünf Minuten lässt sich so genügend Strom tanken, um rund 100 Kilometer zusätzliche Reichweite zu erzielen“, heißt es bei Mercedes-Benz. Aufladen lässt sich die Batterie kabelgebunden an öffentlichen Ladestationen, üblichen Haushaltssteckdosen oder induktiv, indem der Ladestrom berührungsfrei durch ein elektromagnetisches Feld übertragen wird.

Ein Hingucker sind die Flügeltüren im flachen Dach, die als Mercedes-typisches Designelement in die Moderne überführt wurden. Zudem betonen sie den sportlichen Charakter der Seitenansicht, begleitet von innovativ gestalteten Aluminiumblenden.

Der Traumwagen aus der Sindelfinger Denkfabrik hat nur einen Haken – man kann ihn nicht kaufen. Elemente der Studie werden aber in künftige Fahrzeuge, wie zum Beispiel in die Modellpflege des S-Klasse-Copès einfließen.

Außerdem soll die Maybach-Familie in den nächsten Jahren um weitere Modelle wachsen. Geplant sind neben der Limousine eine Cabrio, ein Coupé und ein SUV-Modell. Derzeit zählen zu den aktuellen Fahrzeugen die im Februar 2015 eingeführten Modelle Mercedes-Maybach S 500 und S 600. Als Sonderschutzversion ist der Mercedes-Maybach S 600 Guard „der weltweit erste Pkw, der die höchste ballistische Schutzklasse für Zivilfahrzeuge erfüllt“, heißt es in einer Mitteilung von Mercedes-Benz. Neuestes Modell ist der Anfang 2016 eingeführte Mercedes-Maybach S 600 Pullman mit Vis-à-vis-Sitzanordnung.

Ein Hingucker: der Vision Mercedes-Maybach 6. Bild: Z

Die Denkmaleigenschaft beruht darauf, dass es sich bei dem verputzten Fachwerkbau um eines der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Häuser mit einem guten Überlieferungszustand in Sindelfingen handelt, teilt dazu das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) mit. Demnach wurde das Haus als dreigeschossiger Fachwerkbau im späten Mittelalter erbaut und im 17. Jahrhundert um ein zweites Obergeschoss erhöht durch Anhebung des Daches.

Auf Nachfrage bestätigt RP-Pressesprecher Matthias Kreuzinger, dass auch das unterhalb der Traube gelegene Wohnhaus Lange Straße 18 denkmalgeschützt ist. Bei der an der Traube anliegenden Scheuer, offiziell von den Denkmalschützern als Obere Burggasse 2 geführt, handele es sich dagegen um kein denkmalgeschütztes Gebäude, so Kreuzinger.

Was da genau um die Traube herum alles so denkmalgeschützt ist, findet Andreas Ankele für seine und die Zukunft seiner Kneipe irrelevant. „Das ist mir vollkommen egal“, sagt der Traube-Wirt. Wegen der Denkmaleigenschaft des Traube-Gebäudes hält er jedenfalls folgendes Szenario für wahrscheinlich: Da die Stadt ein Vorkaufsrecht habe, werden die Wohnstätten das Gebäude übernehmen und sanieren, wie zuvor auch andere sanierungsbedürftige Fachwerkhäuser in der Altstadt, die 2013 in die deutsche Fachwerkstraße aufgenommen wurde. Zu den jüngsten Vorzeigeobjekten der Wohnstätten Sindelfingen gehört das schmucke Fachwerkgebäude mit der Gaststätte Drei Mohren in der Langen Straße 25.

„Die Wohnstätten machen das sicher super“, spinnt Ankele dieses Szenario fort. In einer durch die Wohnstätten sanierten Langen Straße 22 mit Wohnungen in den Obergeschossen kann er sich indes eine Kneipe wie die Traube im Erdgeschoss kaum vorstellen. „Eine Szenekneipe wie jetzt wird das danach nicht mehr.“

Dabei sieht er sich und die jetzige Traube in einer jahrhundertelangen Gastro-Tradition. „Seit dem 17. Jahrhundert war das hier eine Kneipe für Außenseiter“, sagt er. Heutzutage kann die Traube mit Recht für sich reklamieren, die Musikkneipe Sindelfingens zu sein. So finden hier durchschnittlich einmal im Monat Konzerte mit Bands statt, prinzipiell steht aber Equipment für jeden bereit, der spontan auftreten will. Und auch wenn die Traube von außen anmutet, als ob sie vor sich hin verfallen würde – der Eindruck täuscht. Traube-Gäste, selbst aktiv in verschiedenen Bands, haben etwa mit Einbau von Vierfachverglasung dafür gesorgt, dass die abendlichen Konzertaktivitäten für die Nachbarschaft akzeptabel sind. „Es gibt noch Verbesserungsmöglichkeiten“, weiß Ankele freilich selbst.

Wie die SZ/BZ berichtete, sind weder Wirt noch Gäste bereit, das drohende Aus für die Traube einfach über sich ergehen zu lassen. Sie haben den Verein „Freunde der Traube“ gegründet. Der habe, so Ankele, derzeit bereits gut ein halbes Hundert Mitglieder. Zur Eintragung ins Vereinsregister liegen die Unterlagen beim Amtsgericht. Seine Gemeinnützigkeit begründet der Verein unter anderem mit der Unterstützung jugendlicher Bands für Auftritte und Bekämpfung des Drogenmissbrauchs durch Aufklärung.

Als Primärziel nennt der Traube-Wirt indes die sukzessive Renovierung des Gebäudes. Es gebe auch jemanden, der das Haus erwerben und die Gaststätte weiter verpachten würde, sagt er. „Gegen die Wohnstätten können wir aber schlecht anstinken“, schätzt er die Vereins-Chancen in einer Bewerbung um das Gebäude in Konkurrenz zur städtischen Gesellschaft ein.

Ein mögliches Verschwinden der Traube als Szenetreff kommentiert er so: „Sindelfingen würde ruhiger, aber auch ärmer.“ Für den Fall sieht er auch für sich in Sindelfingen keine Zukunft. Er will sich dann dahin orientieren, wo er wohnt: nach Böblingen.

Die deutsche Olympiamannschaft ist am Dienstag wohlbehalten auf dem Frankfurter Flughafen gelandet. An Bord waren auch die Starter aus dem Kreis Böblingen. Für den Sindelfinger Schwimmer Björn Hornikel war der Charterflug von Rio de Janeiro in die Mainmetropole der Auftakt einer wahren Odyssee.

* * *

Der 24-Jährige flog am Dienstag von Frankfurt nach Stuttgart und übernachtete bei seinen Großeltern in Böblingen. Aber schon am Mittwochmorgen ging es wieder zurück zum Flughafen. „Ich habe mich dort um 7 Uhr morgens mit ihm getroffen“, sagt Peter Dlucik, sein ehemaliger Coach beim VfL Sindelfingen.

* * *

Um 10 Uhr stieg Björn Hornikel gestern schon wieder in den Flieger. Peter Dlucik: „Natürlich wäre Björn gern direkt von Rio in die USA geflogen, doch das war nicht möglich. Das war dem Deutschen Olympischen Sportbund wohl zu teuer.“ Über Atlanta ging es für den Sindelfinger Schwimmer nach Tuscaloosa, wo er sein Studium fortsetzen wird. „Nach seinem enttäuschenden sportlichen Abschneiden konnte er die letzte Woche in Rio immerhin richtig genießen“, sagt Peter Dlucik.

* * *

Die Ehninger Turnerin Kim Bui und ihre Teamkolleginnen fuhren mit dem Zug von Frankfurt nach Stuttgart. Das werden die Sechstplatzierten aus Rio so schnell nicht vergessen. Da den Turnerinnen noch einige Koffer fehlten, baten sie den Schaffner vergeblich darum, mit der Abfahrt eine Minute zu warten. So fuhr der Zug ohne Kim Bui und Co. ab.

* * *

Kugelstoßer Tobias Dahm hat sich am Dienstag auf seiner Facebook-Seite zurückgemeldet: „So nun liegt Rio auch schon hinter mir. Heute sind wir in Frankfurt gelandet und hatten einen echt schönen Empfang, der mir auch wieder Kraft für neue Aufgaben gegeben hat. 2017 wird wieder voll angegriffen.“

* * *

Der Sindelfinger Boxer David Graf hat dagegen ganz bewusst auf den Empfang am Frankfurter Römer verzichtet. „Ich habe doch keine Medaille geholt, da hätte ich mich wie das fünfte Rad am Wagen gefühlt“, sagt der 27-Jährige.

* * *

Der Sindelfinger wurde am Flughafen von seiner Lebensgefährtin abgeholt und auf direktem Wege in die gemeinsame Wohnung nach Heidelberg gebracht. „Für die nächsten sechs Wochen gehe ich auf Tauchstation, da bin ich für keinen erreichbar“, sagt David Graf. Das nächste Ziel des 27-Jährigen ist die Box-Weltmeisterschaft 2017 in Hamburg und auch die Olympischen Spiele 2020 in Tokio hat er schon im Hinterkopf. „Die vier Jahre gehen schneller vorbei, als man denkt“, so Graf.

Mit dem Siegerflieger von Rio de Janeiro zurück nach Frankfurt. Die deutsche Olympiamannschaft wurde in der Mainmetropole mit großem Bahnhof empfangen. Für Björn Hornikel ging es gestern Morgen wieder zurück über den Atlantischen Ozean. Bild: DOSB/Frank May/Chris Christes

„Ich komme aus Herat, einer westlichen Stadt in Afghanistan, die an der Grenze zum Iran und Turkmenistan liegt. In dieser Stadt habe ich, bis zu meiner Flucht 2015, mit meiner Familie gelebt. In Herat lebten wir in einem Lehmhaus, wie sehr viele Afghanen. Somit ähneln sich die Häuser, während sich die Häuser, die ich hier gesehen habe, alle unterscheiden.

Doch nicht nur die Häuser in Herat unterscheiden sich von denen in Böblingen/Sindelfingen, sondern auch das Klima. In Herat ist es im Sommer sehr heiß und trocken, und im Winter ist es zwar windig und kälter, aber trotzdem trocken. Dadurch gibt es kaum Grün. Hier ist es anders. Es gibt Berge, Wälder und viele grüne Wiesen, was mich sehr beeindruckt. Besonders die Weinberge in Esslingen haben mir gefallen, denn so etwas habe ich in Herat noch nie gesehen.

Generell gibt es hier, in meiner neuen Umgebung, viele Plätze, die mich beeindruckt haben. Erst kürzlich war ich in Ludwigsburg im Blühenden Barock und war begeistert. Das Blühende Barock ist eine Ganzjahres-Gartenschau mit vielen bunten Blumen und vielen tollen Parkanlagen. Eine Ausstellung dieser Art ist bei dem trockenen Klima in Herat unvorstellbar. Aber auch dort gibt es Plätze, die mir gefallen und die ich vermisse. Herat ist eine historische Stadt und vereint viele alte Gebäude. Beispielsweise gibt es die Freitagsmoschee, die über 800 Jahre alt ist. Auch die Zitadelle in Herat ist eine Attraktion. Es kommen viele Touristen nach Herat, um sie zu besichtigen.

Seitdem die Taliban letztes Jahr Herat zerbombt haben, gibt es keine Kinos mehr. Aber auch Züge oder Bahnen sind in Herat nicht vorhanden. Dafür fahren alle mit dem Roller, was dazu führt, dass es unheimlich laut auf den Straßen ist. In Sindelfingen und Böblingen kommt es mir hingegen viel ruhiger und strukturierter vor, denn wo ich herkomme, beachten viele nicht einmal die Verkehrsregeln. Jeder fährt, wie er es für richtig hält.“

(Die nächste Folge von Milads neuer Welt erscheint am Samstag, 27. August)

Zur Person erson

Milad Noormohammadi kommt 1989 in der afghanischen Stadt Herat zur Welt. Die Familie zieht nach Teheran im Iran. Hier schließt Milad das Gymnasium ab. 2012 kehrt die Familie zurück nach Afghanistan. Dort dürfen Menschen aus dem Iran keine Bürotätigkeit ausüben. Obwohl er beide Staatsbürgerschaften hat: Milad Noormohammadi muss als Maurer und Taxifahrer arbeiten. Die politische Situation wird immer kritischer. Milad beschließt, nach Deutschland zu gehen. Seit Dezember 2015 lebt er in Sindelfingen.

Milad Noormohammadi im Blühenden Barock (links), rechts die Zitadelle in Herat Bilder: Noormohammadi, picattos/Fotolia

Bescheidenheit war sicher nicht seins. Nach blutigen Unterwerfungskriegen gegen sechs andere Reiche wird aus König „Ying Zheng“ nun „Qin Shi Huang Di“, zu deutsch Erster erhabener Gottkaiser von Qin. „Qin“ spricht Kuratorin Klumpp in etwa als „Tchin“ aus. Es ist diese, 221 v. Chr. ausgerufene Dynastie, mit der die zweitausendjährige Geschichte des Kaiserreichs China beginnt. Das Kaiserreich ist zwar vergangen, der Name Qin für China aber ist geblieben ebenso wie das Mausoleum des ersten Kaisers mit dem in den Himmel ragenden Grabhügel.

Die bei der heutigen Provinzhauptstadt Xian liegende Grabstätte war immer bekannt, erklärt die Kuratorin. In zweitausend Jahren in Vergessenheit geriet dagegen, was in eineinhalb Kilometer Entfernung des kaiserlichen Grabhügels fünf Meter unter der Erde den toten Dynasten bewachte: Durch Zufall stießen Bauern beim Brunnengraben 1974 auf die Terrakotta-Armee. Erst danach keimte die Ahnung auf, wie riesig die Gesamtanlage tatsächlich ist. Auf 56 Quadratkilometer wird deren Gesamtausmaß geschätzt. „Das entspricht der Größe von 8000 Fußballfeldern“, so Klumpp.

Den Tonsoldaten geht es nach zweitausend Jahren heimlichen Wachdienstes nicht mehr richtig gut, auch wenn die bekannten Bilder anderes suggerieren. Denn die bislang erst zu einem Viertel ausgegrabene, auf 8000 Mann geschätzte Kaisertruppe liegt größtenteils in Scherben – Folge von Plünderungen und Brandlegungen im Zuge der Unruhen, die nur wenige Jahre nach dem Tod des ersten Kaisers ausbrachen und den Untergang der Qin-Dynastie bereits nach 15 Jahren 206 v. Chr. besiegelten.

„Im Schnitt sind die Figuren in 70 Teile zerbrochen“, erklärt Klumpp zu den Original-Kriegern, die in China zu sehen sind. „Es dauert durchschnittlich ein Jahr, bis eine Figur zusammengeklebt ist“, verdeutlicht sie die aufwendigen Restaurationsarbeiten, die am Originalschauplatz betrieben werden, um Besuchern aus aller Welt eine weithin intakte Tontruppe an der Ausgrabungsstelle zu präsentieren.

Die in Ludwigsburg derzeit stationierten Terrakotta-Krieger sind zwar nicht aus Scherben entstanden, dennoch steckt dahinter viel Arbeit. Die 150 Repliken sind auch vom Material her originalgetreue Nachbildungen der kaiserlichen Unterweltarmee, hergestellt von einer lizenzierten Werkstätte in China, innen hohl und doch 200 bis 250 Kilo schwer.

Bei wechselndem, oft schummrigem Licht wartet das Gros der Repliken in einem eigenen Raum. Hier sind die lebensgroßen Figuren so arrangiert, wie sie in den zwei Hauptfundgruben bei Xian ausgestellt werden. Vorne kniende Bogenschützen, dahinter stehende Lanzenträger, gefolgt von einem Pferdegespann, in dessen Rücken schwere Infanterie postiert ist. Nebenan warten um die tausend, ähnlich aufgebaute Terrakotta-Figuren, allerdings im Miniaturmaßstab. Dieses Modell in der Größenordnung eines Schwimmbeckens stellt die Xian-Fundgrube Nummer eins dar.

Bevor Besucher allerdings an das gewaltige Kriegeraufgebot gelangen, werden sie in mehreren vorhergehenden Abteilungen auf die Begegnung mit der Geheimarmee vorbereitet. Zur Ouvertüre erklärt ein kleiner Film den historischen Kontext um die auf 38 Jahre Bauzeit veranschlagte Anlage, für die unter anderem um die 700 000 Zwangsarbeiter und Sklaven schufteten und die ein Drittel des Staatsvermögens verschlang. Alles ermöglichte eine enorme, zentral kontrollierte Verwaltung, deren Bürokratie fast die gesamte chinesische Geschichte überstanden hat.

Ein Schaukasten mit dem Modell des Gesamtareals verdeutlicht, dass die Terrakotta-Armee nur eine kleine Zutat des gigantischen, bislang nur partiell erschlossenen Gebiets ist. Eine soeben aus China eingetroffene Gans und ein Kranich aus Bronze, Nachbildungen aus einer anderen Fundgrube, legen nahe: Der erste Kaiser ließ sich hier ein Reich errichten, das auch im Jenseits alles aus dem herrscherlichen Diesseits bieten sollte. Weitere Räume mit Nachbildungen von Bronze-Pferdekutschen, einer Rüstung aus 600 kleinen Kalksteinplättchen, eine Armbrust, die Nachbildung eines lebensgroßen Pferdegespanns mit hölzernem Wagen, die Einzelausstellung einzelner Soldatentypen und -ränge bilden für Besucher den großen, in mehrere Einzelräume gegliederten Vorhof zur eigentlichen Begegnung mit der Armee.

„Ich fand es ganz toll“, gibt sich Heidrun Meyerl am Ende begeistert von dieser SZ/BZ-Exklusiv-Aktion. „Wahrscheinlich hätte man bei einer Führung in China nicht so viel mitbekommen“, vermutet sie. „Faszinierend“, sagt Edgar Weiss zur Ausstellung mit Extra-Führung: „Toll, dass die Kuratorin dabei war, die detailliert gute Einblicke geben konnte.“

Info

Die Ausstellung in der Ludwigsburger MHP-Arena, Schwieberdinger Straße 30, ist bis zum 11. September zu sehen. Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, letzter Einlass 17 Uhr. Einzeleintrittspreise von 9 (Kinder und Schüler) bis 15 Euro (Erwachsene), für Gruppen ab zehn Personen pro Kopf 12 Euro. Familienticket (2 Erwachsene und 2 Kinder oder 1 Erwachsener und 3 Kinder) zu 40 Euro. Mit der SZ/BZ-Abo-Karte gibt es 3 Euro Nachlass auf das Erwachsenen-Ticket, 5 Euro auf das Familienticket.

Teilnehmer der SZ/BZ-Führung bestaunen in der Ausstellung in Ludwigsburg altchinesische Rüstungen.

Modell eines Brennofens Bilder: Heiden

Kuratorin Jaana Klumpp (links) erklärt detailliert alles rund um die Terrakotta-Armee.